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Streetfood in Antsirabe

Essensstände, Schnellimbiss und Hotely à la malagasy – Streetfood in Antsirabe im Hochland von Madagaskar

Die Taxi Brousse Station in Antsirabe ist ein geschäftiger Ort. Hier, fast in der Mitte Madagaskars, kommen und gehen Leute, Waren werden geladen, transportiert, entladen. Das gibt Hunger.

Streetfood in Antsirabe

Streetfood in Antsirabe

Streetfood in Antsirabe: Mehrere Stände verkaufen Essen, bereiten es gleich vor Ort zu. Die Essensbuden werden in ganz Madagaskar Hotely genannt und sind eine Art Schnellimbiss. In Blechbecken liegen bereits gekochte Spaghetti, Composé (russischer Salat), geraffelter Karottensalat und Teigwaren bereit. Serviert werden auch Fruchtsäfte, aber keine Softdrinks in Flaschen.

Nebenan sitzt einer der Männer auf einem alten Ölkanister und brät Mofo anana. Dies ist eine Spezialität der Region Antsirabe.

Grundzutaten sind Andrano, übersetzt bedeutet dies ‘Wassergemüse’, also kresseartige wasserliebende Pflanzen.

Sie werden kleingeschnitten, dann zusammen mit Salz, Mehl sowie gehackten Tomaten in einer Ölpfanne frittiert. Es wird kein Ei dazu gegeben. Aus der Masse entsteht nach kurzer Frittierzeit eine Art Gemüsebrot oder Gemüsetätschli, handtellergross, vegetarisch und sogar vegan. Die frittierten Stücke werden – wie Brot – aus der Hand gegessen.

Dieses Hotely ist das grösste am Platz. Im Familienbetrieb arbeiten acht Personen, die sich als gut eingespieltes Team nicht untereinander absprechen müssen. Der Vater hackt Frischfleisch klein, daneben wäscht der jüngste Sohn Geschirr. Die Mutter schöpft Essen. Sie verwaltet auch das Geld. Söhne oder Brüder kümmern sich um das Herbeischaffen von Wasser, denn das Restaurant hat keine Wasserversorgung. Derweil kommen Bauern und bieten Frischsalat, Kartoffeln, Mais an. Ebenso lebende Hühner.

Die Hochlandregion um Antsirabe ist bekannt für ihre Salate sowie für ihr Gemüse, die auf den fruchtbaren Vulkanböden gedeihen. Zudem gelten die Bauern der Vakinankaratra-Region als sehr arbeitssam. Die Karotten von Antsirabe sind in ganz Madagaskar begehrt. Äpfel gedeihen sogar nur gerade hier.

Das Hotely ist eine einfache Bretterbude mit Wänden aus Plane sowie Wellblechdach. Der Boden ist nicht betoniert.

Die Nahrungsmittel sind auf einer Theke aufgereiht. Davor bildet ein langes Brett die einzige Sitzgelegenheit für Kunden. Aber Essen ist in Madagaskar oft einfach eine Notwendigkeit, für die man sich wenige Zeit nimmt. So kommen und gehen die Gäste wie Bienen.

Derweil brät der Mann in aller Gelassenheit seine Mofo anana und trägt sie heiss gebraten hinüber zum Glaskasten. Sie bleiben nicht lange liegen. Die schmackhaften Gemüsebrote aus Antsirabe sind begehrt.

In unserem Buch ‘Madagaskar. PRIORI, Kultur und Kulinarik’ beleuchten wir die Gastronomie Madagaskars. Das 2019 erschienene und 150 Seiten starke Buch ist erhältlich direkt bei PRIORI im Madagaskarhaus Basel.

Wein und Weinanbau in Madagaskar erleben

Im Hochland gibt es aufgrund des guten, gemäßigten Klimas bereits seit Beginn der französischen Kolonialzeit Ende des 19. Jahrhunderts Weinanbau in Madagaskar. Bis heute hat sich eine zwar kleine, aber relativ erfolgreiche madagassische Weinwirtschaft etabliert.

Weinanbau in Madagaskar: Madagassisches Hochland mit Hügeln, Reisfeldern und Wasser.

Blick über das madagassische Hochland mit Hügeln, Reisfeldern und Wasser.

Sieben lokale Winzer betreiben im Hochland-Gebiet Isandra bei Fianarantsoa auf einer Fläche von knapp 3000 Hektar Weinanbau.

In Madagaskar finden Sie Weißwein, Rotwein, Rosé sowie den so genannten vin gris – Weißwein aus roten Trauben, der als madagassische Spezialität gilt. Angebaut werden vor allem Hybrid-Rebsorten wie Petit Bouchet, Chambourcin oder Villardin für Rotweine sowie Couderc Blanc für Weißweine. Es handelt sich dabei um robuste Mischungen französischer sowie amerikanischer Reben. An den feinen Geschmack der klassischen europäischen Rebsorten wie Riesling und Co. reichen diese nicht ganz heran, doch die madagassischen Weine können sich durchaus sehen lassen und gelten als gute Tischweine.

Pro Jahr produziert Madagaskar mehrere Millionen Liter Wein.

Die Herstellungsmethoden sind bis heute traditionell und mit viel Handarbeit verbunden. Die Weinmengen reichen für den madagassischen Markt, man exportiert sie jedoch kaum. Oftmals fehlt es an Korken, Flaschen und anderen Ressourcen.

Zu den madagassischen Wein-Produzenten zählen Monastère de Maromby, Domaine de Clos Malaza und die Kooperative Lazan’i Betsileo.
Der bekannteste Weinbauer Madagaskars ist Chan Fao Tong. Der Winzer der ersten chinesischen Einwandererwelle produziert den Grand Cru d’Antsirabe, der als bester und teuerster traditioneller Wein Madagaskars gilt.
Aus der Reihe fällt das Weingut Clos Nomena. Dieses baut bei Ambalavao ausschließlich europäische, hochwertige Vitis vinifera-Trauben an und gilt damit als Pionier in Madagaskar. Nach einer fünfjährigen Testphase wurden 2011 die ersten Weine des Labels verkauft. Heute sind die Clos Nomena-Weine in den besten Restaurants und Hotels Antananarivos zu finden und heben sich qualitativ und preislich deutlich von den traditionellen madagassischen Weinen ab.

Wer die Weinberge Madagaskars entdecken möchte und an einer Weinverkostung vor Ort interessiert ist kann sich an PRIORI wenden.

Wir kennen einige Winzer persönlich und können jederzeit und flexibel Besichtigungen für Interessierte und Weinliebhaber planen.
Auch unsere kulinarische Reise in Madagaskar, beinhaltet neben einem Kochkurs sowie zahlreichen Restaurant- und Produzentenbesuchen einen Besuch mit Verkostung bei einem madagassischen Weinbauer.

Kontaktieren Sie uns jederzeit für weitere Informationen zum Weinanbau in Madagaskar.

Probieren Sie die Frucht Corossol in Madagaskar

In Deutschland recht unbekannt zählt die tropische Frucht Corossol auf Madagaskar von April bis Juni und zwischen September und Dezember jeden Jahres zum saisonalen Obstangebot und erfreut sich großer Beliebtheit. Der deutsche Name für die Frucht ist übrigens Stachelannone oder Sauersack, wissenschaftlich heißt sie Annona muricata.

Aussehen und Geschmack

Corossol-Frucht aus Madagaskar auf dem Markt. Copyright PRIORI 2014

Corossol-Früchte in Madagaskar

Die Früchte sind grün, mit einer genoppten Schale. Sie werden bis zu 20 Zentimeter lang und sind meist länglich oval. Im Inneren besitzt die Corossol weißgelbliches Fruchtfleisch, das bei einer reifen Frucht sehr weich und cremig ist. Es ist durchsetzt von schwarzen glänzenden, etwa 2 Zentimeter großen Kernen. Corossol-Früchte verbreiten einen süßlich angenehmen Geruch und schmecken süß-säuerlich ähnlich einer Mischung aus Zitrone, Stachelbeere, Ananas und Erdbeere.

In Madagaskar können Sie die Corossol-Frucht als frischen Saft (jus naturel) oder in Cocktails genießen. Auch in Eis, Marmelade oder in Desserts ist die Frucht sehr beliebt auf der Insel. Natürlich können Sie die Corossol auch einfach direkt halbieren und auslöffeln. Die Schale und die Kerne sind dabei nicht zum Verzehr geeignet.

Corossol kaufen in Madagaskar

Bei einem Madagaskar-Besuch sollten Sie die Gelegenheit nutzen und Corossol probieren. Denn hier werden die Früchte von Hand und reif geernet bevor sie auf den Märkten frisch angeboten werden. Exportiert wird die Frucht kaum und in Europa findet man sie sehr selten zu kaufen, da sie sehr druckempfindlich ist und daher nur schwer zu lagern und auf langen Strecken zu transportieren ist.

Beim Kauf sollten Sie auf einige Dinge achten:

  • Kaufen Sie die Frucht, wenn sie dunkelgrün ist und einige braune Flecken hat. Sobald sich die Schale flächig dunkel verfärbt ist die Frucht überreif und der Geschmack wird schlechter.
  • Verhandeln Sie den Preis. In Madagaskar ist es üblich und erwünscht auf Märkten zu handeln. Corossol-Früchte werden regional zu unterschiedlichen Preisen angeboten: Entlang der Ostküste erhält man eine kleinere Frucht ab etwa 1.000 Ariary (etwa 0,30 Euro). In der Hauptstadt Antananarivo und auf dem Hochland werden die Corossol meist nur kiloweise verkauft. Ein Kilo kostet dort zwischen 3.000 und 5.000 Ariary (etwa 1,00 Euro bis 1,80 Euro).

Hier finden Sie einen weiteren Artikel zu Corossol in Madagaskar.

PRIORI bietet viele weitere Informationen zu den zahlreichen Früchten Madagaskars sowie zur Gastronomie und Speisen der Insel. Wir bieten auch kulinarische Reisen oder einen Kochkurs in Madagaskar an. Kontaktieren Sie uns!