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PRIORI mit neuer Adresse in Berlin

Am 1. Februar 2015 hat PRIORI in Berlin ein neues Büro bezogen.
Ab sofort können Sie uns in der Pflügerstraße 18, 12047 Berlin (Neukölln) finden und besuchen.
In den Räumlichkeiten des Berliner Unternehmens Upcycling Deluxe hat PRIORI eine helle, große und international ausgerichtete Bürogemeinschaft gefunden und empfängt Reise-Interessierte zu Madagaskar und seinen anderen Reisezielen in einer jungen dynamischen und inspirierenden Atmosphäre.

Sie erreichen uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln mit der U8 (Haltestelle Schönleinstraße oder Herrmannplatz), U7 (Haltestelle Herrmannplatz) und den Buslinien M29, 171, 194 (Haltestelle Pflügerstraße) sowie M41, 344 (Haltestelle Herrmannplatz).

PRIORI Reisen Pflügerstraße 18 Berlin Anfahrt Büro

Das Geheimnis der Insel Nosy Lava

Madagaskar steht für Lemuren, Chamäleons und Reptilien sowie unzählige endemische Tier- und Pflanzenarten, für Reis und für rote Erde. Doch die Insel Madagaskar ist mehr.

Mit einer Tour auf die Insel Nosy Lava vor der Nordwestküste im Kanal von Mosambik können Reisende tiefe Einblicke in einen bis heute lebendigen Teil der madagassischen Geschichte erhalten.

Anfahrt mit dem Boot von Analalava nach Nosy Lava mit Blick auf türkisblaues Wasser und weiße Strände vor karger Landschaft.

Die Anfahrt von Analalava zur Insel Nosy Lava – türkisblaues Wasser und weiße Sanstrände.

25 Kilometer sind es vom madagassischen Festland zur Insel Nosy Lava, die in der Bucht von Narida (Baie de Narida) nördlich von Mahajanga liegt. Die Insel ist acht Kilometer lang und sechs Kilometer breit und gilt als fast unbewohnt.

Auf den ersten Blick sieht das Eiland tropisch schön aus, wie es vor der Küste liegt. Weißer Kalkstein und savannenartige karge Landschaft, umgeben von türkisfarbenem Wasser und ein weiter Sandstrand prägen das Bild. Nosy Lava ist eine von mehreren Inseln, die hier kurz vor dem Festland im Kanal von Mosambik liegen. Die Gegend ist beliebt für Segeltouren entlang Madagaskars Küste.

Die „Langen Insel“, wie Nosy Lava übersetzt heißt, hat jedoch eine Besonderheit. Eine tragische Besonderheit, die aus der Kolonialzeit rührt und die bis heute nicht wirklich an die Bevölkerung oder Reisende herangetragen wird.

Nosy Lava war ein Straflager. Von 1911 bis 2000 wurde die Insel als Standort für ein Hochsicherheits-Gefängnis mit bis zu 700 Inhaftierten genutzt.

Das Gefängnis wurde 1911 von der Französischen Kolonie in Betrieb genommen und diente als Straflager für politische Rebellen und Widerstandskämpfer gegen die Kolonialmacht. Die meisten Inhaftierten waren zu lebenslanger Haft oder zur Todesstrafe verurteilt.

Im Jahr 1960 wurde Madagaskars Unabhängigkeit ausgerufen. Dennoch wurden die Inhaftierungen auf Nosy Lava fortgeführt.

Ruinen des ehemaligen Gefängnisses auf der Insel Nosy Lava im Nordwesten Madagaskars. Copyright PRIORI Reisen.

Ehemaliges Gefängnis auf der Insel Nosy Lava im Nordwesten Madagaskars.

Auch nach der Demontage des sozialistischen Regimes in den 1980er Jahren führte nicht zur Schließung des Gefängnisses. Noch immer saßen dort Häftlinge, deren Verurteilung auf die französische Verwaltung von vor 1960 zurückging. Und die Einrichtung erhielt weiter Häftlinge – trotz fehlender Finanzierung und fehlender Wartung der Räumlichkeiten. Die Verwaltung konnte es sich mit der Zeit nicht mehr leisten, die Gefangenen mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Dies führte zu einer absurden Handhabung:

Die als weniger gefährlich eingestuften Inhaftierten wurden in Halbfreiheit auf der Insel gehalten: Sie hatten tagsüber freien Auslauf auf der Insel, damit sie etwas zu essen finden und selbst ihren Lebensunterhalt verdienen konnten. Einige gingen fischen und verkauften den Fang an die Dorfbewohner am anderen Ende der Insel, andere bauten Maniok an oder brannten Toka gasy, den lokalen Rum. Auf der Insel entstand so ein Tauschhandel. Manche Häftlinge wurden auch ohne Gegenleistung von den Inselbewohnern versorgt und als Mitbürger angesehen.

Im Laufe der Zeit wurde das Gefängnis und die Gefangenen von Nosy Lava vergessen. Es gab Gefangene, die ihre Strafe längst abgebüßt hatten, aber dennoch mangels Alternative auf der Insel blieben.

Es finden sich nur wenige Informationen und Dokumente über das Gefängnis auf Nosy Lava.

Unklar ist zum Beispiel, anhand welcher Kriterien dieser Ort ausgewählt wurde, ebenso wie die genaue Anzahl der Inhaftierten, oder die Gründe für deren Verurteilung.

Ruinen auf Nosy Lava zwischen Gebüsch und Palmen.

Auf dem weitläufigen Gefängnis-Gelände auf Nosy Lava stehen zahllose Ruinen.

Der madagassische Journalist Rivoherizo Andriakoto hat in seiner Reportage mit dem Titel „Die Verdammten dieser Erde“ (im Original „Les Damnés de la Terre“) Informationen zur Strafanstalt auf der Insel vor und nach 1960 dokumentiert. Sie erschien im Jahr 1998 und wurde kurz darauf als gleichnamige Dokumentation verfilmt.
Der Film erhielt den französischen Albert Londres-Preis im Jahr 2000 und wurde daraufhin im Madagassischen Nationalfernsehen und auch in weiteren Ländern ausgestrahlt. Dies hatte einen solchen Einfluss, dass der damalige Präsident Madagaskars, Didier Ratsiraka, gezwungen wurde, alle Verurteilten, die noch auf der Insel gehalten wurden, freizulassen. Darunter waren viele eigentlich längst begnadigte Rebellen und Gefangene, wie u.a. Zebudiebe, die mehr als die zehnfache Zeit ihrer Verurteilung dort abgesessen hatten.

Das Gefängnis wurde offiziell im Jahr 2000 geschlossen. Noch heute leben vier ehemalige Gefangene auf der Insel oder in Analalava.

Sie arbeiten als Fischer, Wächter oder auch Guides für Besichtigungen auf Nosy Lava.
Seit Jahren versuchen sie, gemeinsam mit dem ehemaligen Gafängnis-Leiter von Analalava, ihre Anträge auf Begnadigung beim Präsidenten der Republik durchzubekommen.

Das weite Gelände des ehemaligen Gefängnisses reicht fast bis an den Strand. Die Ruinen dienen als Unterstand für Fischer. Der Anblick der Zellentüren, der hohen Mauern und des Verwaltungsgebäudes lassen die Geschichte lebendig werden. Mit den stark verwitterten Bauwerken, eingewachsenen Lianen, Sträuchern und schönen Perspektiven durch Fenster- und Türfronten finden Interessierte zahlreiche surreale Fotomotive.

Anreise:
Als Ausgangspunkt für Tagestouren auf die Lange Insel, eignet sich der Fischerort Analalava. Er liegt etwa 60 Kilometer westlich von Antsohihy auf der Hauptroute RN6 und ist per Boot oder – in der Trockenzeit – über die Piste RN31 zu erreichen.

PRIORI bietet individuelle Touren nach Analalava und Nosy Lava an. Mit PRIORI können Sie auch einen der ehemals Gefangenen treffen. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf!

Madagaskartag im PRIORI Madagaskarhaus in Basel

PRIORI veranstaltet seinen jährlichen Madagaskartag mit Informationen, Berichten, Fotos und Austausch zu Madagaskar

Wo und Wann?

Der Madagaskartag findet am Samstag, 15. November statt, in der Heilpädagogischen Schule in Münchenstein, bei Basel, in der Schweiz. Der Anfahrtsweg ist zu finden auf http://madagaskarhaus.ch/madagaskartag

Inhalte und Themen auf dem Madagaskartag

Die Themen sind wie immer breit gefächert.

Es werden zwei neue Bücher zu Madagaskar vorgestellt und die Autoren sind persönlich anwesend:  Bernd-Jürgen Seitz liest aus seinem neu erschienenen Wissenschaftsroman ‘(R)Evolution auf Madagaskar‘. Gründer und Chef von PRIORI, Franz Stadelmann, wird den Foto-Text-Band ‘Madagaskar‘ präsentieren, der diesen Herbst im Stürtz-Verlag erscheint, zu dem er die Texte geschrieben hat.

Der Tierzuchtspezialist Johannes Haller erzählt über seine Taggecko-Erfahrungen. Anke Betz aus dem Madagaskarhaus in Basel berichtet von ihrem Trekking an die Ostküste und Jara Schreiber von der PRIORI in Berlin war auf der ehemaligen Gefangeneninsel Nosy Lava im Nordosten. Der PRIORI-Ostschweiz-Vertreter Peter Elliker analysiert die zahlreichen Naturparks in Andasibe-Perinet. Ellen Spinnler, die zum Bildband ‘Madagaskar‘ viele schöne Fotos beigetragen hat, erzählt von den Aktivitäten des Hilfswerks ‘Tsarabe-Madagaskar‘.

Dabei ist auch die Bürodirektorin von PRIORI in Antananarivo, Bettina Fong Yam. Unser PRIORI-Team wird Ihnen gerne alle Fragen zu und über Madagaskar beantworten.

Daneben bietet sich auch Platz, um PRIORIs neuere Reiseziele zu präsentieren: Sri Lanka, Myanmar, Laos, Marokko und Äthiopien. Unsere Sri Lanka-Kenner Otto und Lisa Frei werden anwesend sein und über ihr Hotel und die Reisemöglichkeiten in Sri Lanka Auskunft geben.

Das detaillierte Programm der Vorträge findet sich ebenfalls auf http://madagaskarhaus.ch/madagaskartag

Anmeldung

Bitte melden Sie sich bis zum 8. November an (per Mail oder Telefonisch). Falls Sie mit uns zu Mittag essen möchten teilen Sie uns bitte auch mit, ob Ihr Mittagessen vegetarisch oder mit Fleisch sein soll. Wir bieten einen madagassisch inspirierten Eintopf an – für 15 SFr. mit freiem Nachschlag.

Das PRIORI-Team freut sich auf Sie!

Mobilfunk und Internet in Madagaskar

Mobilfunk

Madagaskar ist fast vollständig mit Mobilfunknetz abgedeckt.

Neben der nationalen Telefongesellschaft Telma sind die Anbieter Airtel, Orange und Zain die größten Mobilfunkbetreiber in Madagaskar.

Die Mobilfunkbetreiber bieten Roaming an. Sie können Ihr Mobiltelefon mitnehmen und auch in Madagaskar benutzen.

Sie können auch Sim- und Prepaid-Karten überall in Madagaskar in den Läden der Betreiber und bei Verkaufsstellen an der Straße kaufen und zum Ortstarif telefonieren.

Um aus dem Ausland nach Madagaskar anzurufen wählen Sie die Vorwahl 00261.

Internet

Internet-Cafés sind inzwischen in sehr vielen Orten auf der Insel zu finden, und viele Hotels und Cafes bzw. Restaurants in den Städten haben Internet-Wifi-Verbindung.

Falls Sie mobiles Internet benötigen können Sie sich eine SIM-Karte eines madagassischen Mobilfunkanbieters kaufen und sich anschließend Internet-Guthaben des Anbieters kaufen.

Haben Sie Fragen zu Mobilfunk oder Internet in Madagaskar? PRIORI ist vor Ort und hat aktuelle Infos. Wir helfen Ihnen jederzeit gerne weiter.

Einkaufsmöglichkeiten in Madagaskar

Märkte

Madagaskar ist ein Markt-Land. Märkte sind fast überall auf der Insel zu finden. Die Madagassen kaufen fast ausschließlich hier ein.

Gemüse, Obst, Fisch, Fleisch, Gewürze und eigentlich alles für den täglichen Gebrauch kann man auch als Reisender auf Märkten kaufen. Auch Handwerk und Souvenirs gibt es zu finden. Handeln ist hier gefragt!

Auf einer Reise sollte ein Marktbesuch auf keinen Fall fehlen! Denn hier lernen Sie das Lebensgefühl Madagaskars kennen.

Läden und Supermärkte

Supermärkte französischer oder südafrikanischer Ketten findet man in den großen Stadten Madagaskars. Das Warenangebot ist vergleichbar mit dem europäischer Supermärkte.

In kleineren Städten sowie Dörfern gibt es keine Supermärkte. Hier werden alle Dinge des täglichen Bedarfs in kleinen Straßenläden verkauft. Die Auswahl ist begrenzter.  Wichtige Dinge wie Wasser, Getränke, Seife, Zahnpasta, Snacks etc. finden Sie dort aber fast immer.

Im ganzen Land gibt es außerdem Straßenstände mit Obst und Gemüse, madagassischem Essen und Baguette.

Falls Sie auf Medikamente angewiesen sind, ist es meist einfacher, diese in ausreichenden Mengen mitzubringen.

PRIORI kann Ihnen mehr über Preise, Märkte und Produkte in Madagaskar erzählen. Fragen Sie uns jederzeit!

Überblick – gesund reisen in Madagaskar

Bei Einreise aus Europa sind keine Impfungen vorgeschrieben. Da Madagaskar ein Entwicklungsland in den Tropen ist, empfiehlt es sich dennoch, vor der Reise einige Schutzimpfungen aufzufrischen bzw. vornehmen zu lassen. Eine gute medizinische Versorgung nach europäischem Standard findet man in Madagaskar äußerst selten und nur in großen Städten.
Wir empfehlen eine Impfberatung und eine gute Reiseapotheke. Zu genauer Vorbereitung und Prophylaxe fragen Sie bitte bei Ihrem Hausarzt oder beim Tropeninstitut nach.

Wasser

  • Bitte trinken Sie kein Leitungswasser in Madagaskar.
    Mineralwasser in Flaschen (Eau Vive, Cristalline etc.) wird im ganzen Land, auch in kleinen Dörfern, günstig verkauft.
  • In stehenden und langsam fließenden Gewässern besteht Bilharziose-Gefahr. Erkundigen Sie sich immer bei Ihrem Reiseleiter zu möglichen Gefahren, bevor Sie schwimmen gehen oder die Füße ins Wasser strecken.

Moskitos

  • Leider ist Madagaskar Malaria-Risikogebiet (Malaria Tropica). Daher ist Mückenschutz bei einer Madagaskarreise sehr wichtig!
  • Malaria wird nur durch den Stich der weiblichen Anopheles-Stechmücke übertragen. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Das Risiko ist an der Küste höher als im Hochland und in der Regenzeit grösser als in der Trockenzeit, Malaria ist aber in allen Teilen Madagaskars das ganze Jahr über vorhanden.
  • Die wirksamste Art sich zu schützen ist es, nicht gestochen zu werden. Tragen Sie vor allem morgens und abends langärmlige helle Kleidung und verwenden Sie Mittel gegen Stechmücken (wir haben gute Erfahrungen mit AntiBrumm forte gemacht) und Räucherspiralen in Aufenthaltsräumen.
  • Bitte fragen SIe Ihren Hausarzt oder Tropenmediziner zu möglichen Prophylaxe-Medikamenten.

Folgende medizinische Auskunftsdienste geben Informationen zur gesundheitlichen Lage in Madagaskar:

Geld in Madagaskar

Währung und Wechselkurs

Die offizielle Währung in Madagaskar ist seit 2005 der Ariary (AR).

Der Wechselkurs ist natürlich tagesabhängig, liegt aber im Bereich 1 Euro = ca. 3.000 Ariary (Stand 2014).

Achtung: Die alte Währung, Franc Malgache (FMG), ist aber nach wie vor in den Köpfen der Madagassen verankert. Bis heute wird im Alltag meist in dieser alten Währung gerechnet, gehandelt und kommuniziert. 5 Francs sind immer gleich 1 Ariary (Festkurs).
Beachten Sie bitte diesen wichtigen Unterschied und fragen Sie nach: Wird gerade in Ariary oder FMG gerechnet?

Geldwechsel

Bei Ankunft: Im Flughafengebäude in Antananarivo gibt es zwei Banken und eine professionelle Wechselstube mit guten Wechselkursen. Sie sind immer bei Ankunft eines internationalen Fluges geöffnet, 7 Tage die Woche, tag und nacht.

Sie können ohne Probleme Euro-Scheine umtauschen. Große Euro-Scheine erhalten einen besseren Wechselkurs als kleine Scheine bis 50 €.

Wechseln Sie Geld ausschließlich in lizensierten Wechselstuben, z.B. SOCIMAD. Niemals auf der Straße – dort  werden Sie mit Sicherheit übers Ohr gehauen.

Geld abheben

In jeder größeren Stadt in Madagaskar gibt es Bankautomaten, die meist Visa-Karten und oftmals Mastercard akzeptieren.

Zudem können Sie bei allen Banken am Schalter Geld holen.

Bei Automaten ist die Abhebesumme beschränkt auf max. 400.000 Ariary (ca. 80 Euro) pro Transaktion. Wer mehr benötigt, kann mehrmals hintereinander abheben. Es kommt hin und wieder vor, dass Automaten kaputt sind, oder kein Geld mehr haben. Beachten Sie auch, dass die größte Ariary-Note ein 10.000er-Schein ist – bei hohen Summen müssen Sie Geldbündel verstauen.

Mit Visa-Karte kann in Madagaskar nur hin und wieder bezahlt werden – so z.B. in einigen teuren Restaurants und grossen Läden vor  allem in Antananarivo oder der touristischen Insel Nosy Be. Darauf sollten SIe sich lieber nicht verlassen.

 

PRIORI gibt Ihnen gerne weitere Infos rund ums Geld.

Packen für Ihre Madagaskar-Reise

Madagaskar ist eine tropische Insel. Trotzdem kann es kalt sein.
Es regnet viel. Gleichzeitig sollte man sich vor der Sonne schützen.

Folgende Dinge sollten auf jeden Fall ins Reisegepäck:

  • Leichte, bequeme und einfach waschbare Kleidung, ein bis zwei warme Kleidungsstücke (v.a. während der Wintermonate im Hochland, Juni bis September), je nach Jahreszeit Regenkleidung
  • Halstuch/ Schal für Fahrten oder Orte, an denen es zugig werden kann.
  • Wanderschuhe/ feste Sneakers
  • Mücken-Mittel (wir empfehlen Antibrumm forte, rote Flasche)
  • Sonnencreme (ist vor Ort um einiges teurer)
  • Taschenlampe oder Stirnlampe
  • Ihre Medikamente in ausreichender Menge und kleine Reiseapotheke
  • Kopien von wichtigen Dokumenten und Karten (getrennt von den Originalen im Gepäck verstauen) oder Dokumente einscannen und sich per Email schicken/ online speichern: Reisepass, Versicherungsdokumente und Notrufnummern (Krankenversicherung, Kartensperrung etc.), medizinische Verordnungen, Flugtickets, Kreditkarten

Unsere ausführliche Packliste für Madagaskar-Reisen finden Sie auch als pdf-Dokument zum Download.

Reise-Verständigung in Madagaskar

Als Reisender können Sie sich auf der gesamten Insel meist gut mit Französisch verständigen, vor allem in den Städten. Angestellte im touristischen Bereich sprechen manchmal auch etwas Englisch.

Ein paar Worte Malagasy für den alltäglichen Gebrauch erleichtern aber einiges – und öffnen Türen und Herzen:

Deutsch Malagasy Aussprache
Guten Tag/ Hallo Salama Salaam
Manao ahoana Mano oun
Auf Wiedersehen Veloma Veloum
Danke Misaotra Misoutr
Bitte/ Entschuldigung Azafady Asafad
Wie viel kostet…? Ohatrinona…? Odschin
(Sehr) gut Tsara (Be) Tsara (Be)

Für die Reise zu empfehlen ist der handliche Sprachführer vom Verlag Reise Know-How: Kauderwelsch Madagassisch – Wort für Wort Band 41 von Helena Voahanginirina Odendahl

Famadihana in Madagaskar

Die Rolle der Vorfahren

Die Vorfahren nehmen bei den meisten Madagassen eine bedeutende Stellung im Leben ein.  Für sie gibt es weder Himmel noch Hölle oder Wiedergeburt. In Madagaskar glauben die Menschen, dass man nach dem Tod mit den eigenen Ahnen (Razana) vereint wird und gemeinsam über die Lebenden wacht. Die Welt der Ahnen ist mit dem Leben eng verwoben und allgegenwärtig. Verschiedene Riten, und die Grabkultur auf Madagaskar spiegeln dies wider.

Verbindung zwischen Tod und Leben

Die Umbettung der Toten – genannt Famadihana – gehört zu jenen Bräuchen, die die Welt der Toten und der Lebendigen verbinden. Die Famadihana ist das Wiedersehen mit den verstorbenen Mitgliedern der Familie. Gleichzeitig ist es auch eine Zusammenkunft der Familie, die den Zusammenhalt stärken soll. Hinter der Famadihina steht eine sehr alte Tradition, die von den ersten Einwanderern aus Indonesien nach Madagaskar gebracht wurde.

Sie gilt als das eines der wichtigsten Familienfeste auf der Insel. Praktiziert wird sie hauptsächlich von den Volksstämmen im Hochland von Madagaskar – daneben gibt es auch verschiedene Varianten in  anderen Teilen Madagaskars.

Ablauf einer Famadihana

Das Fest dauert normalerweise drei Tage und wird in unterschiedlichen Abständen von etwa 5-7 Jahren durchgeführt. Eine Famadihina findet immer in der kalten Jahreszeit, zwischen Juli und September, statt.

Während der Famadihina werden die Familiengräber geöffnet. Die Toten, die in weiße Leinen-Tücher (Lamba mena) gewickelt sind,  werden herausgenommen und in neue Tücher gehüllt. Zu betonen ist, dass man zu keinem Zeitpunkt die Körper sieht. Die eingewickelten Ahnen werden den Lebenden gezeigt und anschließend wieder in die Grabstätte gelegt. Am dritten Tag einer Famadihina kommen Musikgruppen, die traditionelle Musik, Tanz und Theaterstücke (Hira Gasy) vorführen.

Für Familienmitglieder ist die Teilnahme an der Totenumbettung Pflicht. Sie reisen daher aus allen möglichen Teilen Madagaskars oder auch von weither an.
Obwohl eine Famadihana immer ein intimes Familienfest mit ihren Verstorbenen ist, sind neben den Angehörigen auch Freunde, Nachbarn und weitere Gäste anwesend. Meist ist es ein riesiges Fest mit bis zu mehreren Hundert Teilnehmern. Die ausrichtende Familie versorgt das ganze Dorf mit Speisen und Getränken.

Teilnehmen an einer Famadihana – PRIORI macht es möglich

Auch Reisende können an einer Leichenumwendung teilnehmen – vorausgesetzt sie bringen das nötige Verständnis, Respekt und viel Zeit mit.

PRIORI kann einen Besuch bei einer Famadihana bei befreundeten Familien organisieren. Dabei gilt jedoch: Wer nur eine Stunde teilnehmen möchte, ist fehl am Platz. Eine Famadihana ist in Madagaskar nirgendwo ein nur für Touristen gemachtes Event. Nirgendwo.

Aus Respekt gegenüber der Familie, die uns vertraut, können und wollen wir dieses wichtigste Fest einer Familie in keinem Fall entwürdigen.

Beachten Sie auch, dass der Umgang mit den Toten für westliche Gemüter eventuell sehr ungewohnt und verstörend sein kann. Überlegen Sie im Voraus gut, ob Sie sich in der Lage sehen, an den Aktivitäten teilzuhaben.

Kontaktieren Sie uns!