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Pirateninsel Madagaskar

In Madagaskar und im Indischen Ozean tummelten sich vor etwa 300 Jahren zahlreiche Piraten.

Vor allem an der Ostküste Madagaskars siedelten sich viele Piraten an, denn vor dieser verlief eine viel frequentierte Handelsroute. Schiffs-Flotten aus Europa transportierten Gewürze wie Pfeffer, Nelken, Ingwer und Muskat aus Indonesien, sowie Zimt und Reis aus dem damaligen Ceylon. Auch Gold, Kupfer und Edelsteine sowie Tücher wurden über den Indischen Ozean nach Europa gebracht und waren lukrative Ziele für Überfälle.

Gleichzeitig ist das Meer vor der zum Wind gerichteten Ostseite der Großen Insel stürmisch und rau und verursachte häufig Schiffsbrüche. Mit ihren vielen Buchten und kleinen Orten bot sie gleichzeitig zahlreiche Verstecke, und in der üppigen, feuchten Umgebung fand sich genug Nahrung sowie Holz, um die Piraten-Schiffe zu unterhalten und zu reparieren.

Ein Felsen mit dem Baum des Reisenden mit Blick auf einen Strand auf der Insel Sainte Marie im Nordosten Madagaskars

Pirateninsel Sainte Marie, Madagaskar

Besonders zwischen in den Orten Tamatave und Antongil sowie auf der vorgelagerten Insel Sainte Marie  (Nosy Boraha), hielten sich die Freibeuter sehr gerne auf. Diese Insel übrigens bis heute von vielen Madagassen Pirateninsel genannt und Interessierte können einen Piratenfriedof besichtigen.

Piratennester fanden sich auch weiter im Norden Madagaskars, in Antalaha, Vohemar und Diego Suarez. Die Bucht von Diego Suarez bot ein gutes Versteck vor feindlichen Schiffen, und hier soll auch die sagenumwobene Piratenrepublik Libertalia angesiedelt gewesen sein.

An der zum Kanal von Mosambik gewandten Westküste Madagaskars hielten sich dagegen weniger Seeräuber auf. Nur an wenigen Orte, wie in Massily im Nordwesten und Saint-Augustin im Südwesten siedelten sie.

Seeräuber hatten sich von der Gesellschaft abgesondert. Sie waren Gesetzeslose ohne Heimat, viele lebten in einer Art Anarchie mit Ihresgleichen. Innerhalb dieser Freibeuter-Sippe galten jedoch strenge Regeln und hohe Werte: Diebstahl untereinander war verpöhnt und in Kämfen stand man sich bei bis zum Ende. Die Beute wurde gerecht aufgeteilt und jeder Pirat konnte seinen Anteil nach eigenem Ermessen einsetzen, verkaufen oder sparen. Wurden Lebensmittel erbeutet, so wurden mit diesen ausufernde Feste gefeiert. Zu den bekannteren Freibeutern im Indischen Ozean gehörten unter anderem Thomas White oder Nathaniel North.

Die Piraterie in Madagaskar begann 1685 zu florieren und hielt etwa 40 Jahre an. Danach ebbten die Aktivitäten dort ab und die Seeräuberei zerfiel bis Mitte des 18. Jahrhunderts kontinuierlich. Viele der Piraten ließen sich anschließend entlang der Küste nieder, gründeten dort Familien mit Madagassinnen und lebten von Landwirtschaft und Handel – und hin- und wieder auch von der Ausbeutung benachbarter Orten. Die Nachkommen dieser in Madagaskar sesshaft gewordenen Freibeuter und ihren einheimischen Frauen nennt man Malata.

Wieviele Piraten sich wirklich in Madagaskar aufhielten ist nicht bekannt. Die Schätzungen liegen zwischen 400 bis zu 1550 Mann. Auch ob es die Republik Libertalia wirklich gegeben hat ist bis heute ungewiss.

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