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Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken in Madagaskar

Sie sind in Madagaskar auf Reisen und auf der Suche nach einem Arzt, einer Klinik / einem Krankenhaus oder einer gut ausgestatteten Apotheke? Sie sind auf einer Madagaskar-Reise krank geworden und brauchen Unterstützung, eine geeignete Klinik oder Praxis zu finden?

Einige Informationen zum Gesundheitssystem in Madagaskar vorweg:

  • Die ärztliche Versorgung in Madagaskar entspricht grundsätzlich nicht euroäischem Standard. Viele Kliniken und Gesundheitszentren sind sehr spartanisch ausgestattet. Auch Hygienestandards lassen oft zu wünschen übrig.
  • In den grösseren Städten Madagaskars kann man jedoch gut ausgestattete Apotheken, private Kliniken mit – teils – englischsprachigem Personal und spezialisierte Praxen finden, die auch ausländischen Reisenden weiterhelfen können.
  • Wenn Sie eine Reise nach Madagsakar planen, lohnt es sich immer, dafür eine in Madagaskar gültige Krankenversicherung und eine zuverlässige Reiserückholversicherung abzuschliessen.

Wir von PRIORI Reisen haben mit unserem Büro in Antanananarivo und deutschsprechenden Mitarbeitern direkt vor Ort immer aktuelle Informationen zu Ärzten, Krankenhäusern und möglichen Behandlungsorten in Madagaskar. Im Notfall oder bei Fragen helfen unsere Mitarbeiterinnen in Tana jederzeit – auch nachts und am Wochenende – unseren Reisenden gerne weiter. Die Notfallnummer von unserer Madagaskar-Büro-Chefin Bettina erhalten Sie mit Ihren Reiseunterlagen.

Zusätzlich haben wir nun eine umfassende und aktuelle Liste mit Kontaktdaten von – teils – englischsprachigen Ärzten, Kliniken und Apotheken in den verschiedenen Städten Madagaskars recherchiert, die wir unseren Madagaskar-Reisenden gerne auch zur Reisevorbereitung bereits zur Verfügung stellen. Kontaktieren Sie uns bei Interesse!

Edelhölzer aus Madagaskar – Geschäft mit der Natur

Abholzung ist in Madagaskar ein großes Problem. Schon heute ist Madagaskar in weiten Teilen eine rote, baumlose Insel. Mehr als 90% von Madagaskars ursprünglichen Wäldern sind bereits verschwunden.

Zahlreiche noch bestehende Waldgebiete werden stark gerodet – für Brennholz für die madagassische Bevölkerung, die bis heute zu einem Großteil mit Holz kocht und heizt. Aber auch für Holzhändler, die illegal vor allem Edelhölzer wie Rosenholz, Mahagoni, Palisander oder Ebenholz verschiffen und damit viel Geld machen.

Dies passiert in ganz Madagaskar, obwohl offiziell das Fällen von Bäumen in Schutzgebieten Madagaskars streng verboten ist. Die Regierung schafft es nicht, diese illegalen Edelholz-Geschäfte einzudämmen. Oft ist sie sogar selbst in diese Geschäfte verwickelt. Einen interessanten Artikel dazu gab es 2010 vom Verein Rettet den Regenwald e.V.

Der Name Palisander steht übrigens für mehrere Arten der Gattung Dalbergia. Rosenholz bezeichnet im deutschen Sprachgebrauch eine bestimmte Palisander-Art, die sich durch ihren rosenähnlichen Duft des frisch geschlagenen Holzes auszeichnet.
Auch Mahagoni ist eine Pflanzenfamilie mit etwa 1400 Baumarten. Die in Madagaskar vorkommenden Mahagoni-Arten sind zu großem Teil endemisch.

Flussfahrt in Madagaskar – Mit dem Boot auf dem Tsiribihina-Fluss

Der Tsiribihina Fluss ist einer der längsten Flüsse Madagaskars. Er fliesst vom Hochland in den mittleren Westen der Insel, entlang unwirklicher und abwechslungsreicher Landschaften mit sehr vielseitiger Flora und Fauna.

Flussfahrt_Piroge

Flussfahrt mit einer Piroge in Madagaskar. PRIORI Reisen.

Den Tsiribihina kann man mit dem Motorboot oder mit einem madagassischen Einbaum (Piroge) bereisen. Das Motorboot bietet mehr Komfort und es geht schneller voran, auf der Piroge hat man hingegen die völlige Ruhe. Mit dem Motorboot kann man in zwei Tagen bis zum Ort Belo sur Tsiribihina fahren, mit der Piroge rechnet man für die Strecke drei Tage ein. Beide Varianten bringen interessante und einmalige Einblicke in das madagassische Landleben und entspannte Naturerlebnisse.

Startpunkt von Flussfahrten auf dem Tsiribihina ist meist der Ort Miandrivazo westlich von Antsirabe. Die kleine Stadt am Fluss ist einer der heissesten Orte Madagsakars und liegt malerisch an einem weiten Tal.
Camping_Fluss_Pirogenfahrt-Flussfahrt-Madagaskar-PRIORI-ReisenIm Verlauf der Fahrt ändert sich die Vegetation ständig. Teils reihen sich typische Dörfer der Sakalava, einem der 18 madagassischen Volksstämme, am Fluss…Anwohner und Kinder winken und auch ein Besuch ist möglich. Eine der landschaflichen Höhepunkte ist die Fahrt durch die schroffen Tsiribihina-Schluchten. Daneben sind neben Wasservögeln auch Lemuren, Flughunde und vielleicht sogar Krokodile in freier Wildbahn zu sehen.

Mittagessen und Abendessen werden von der freundlichen Bootsmanschaft zubereitet und serviert, übernachtet wird in Zelten an ausgesuchten Stellen am Rand des Flusses, unter den Sternen.

Wir vom PRIORI Madagaskarhaus organisieren gern Ihre Flussfahrt auf dem Tsiribihina und sind jederzeit für Ihre Fragen da.

Madagaskar per Zug – Verbindungen und Fahrpläne

Eisenbahn MadagaskarMadagaskar per Zug zu bereisen ist ein schönes Erlebnis. Die Eisenbahn in Madagaskar verkehrt auf zwei voneinander unabhängigen Schienennetzen.

Eine Zug-Linie führt mit Nebenstrecken von der Hauptstadt Antananarivo hinunter zur Hafenstadt Tamatave. Die zweite Zuglinie – genannt FCE, Fianarantsoa Côte Est –  verläuft zwischen Fianarantsoa zur Kleinstadt Manakara am Indischen Ozean.

Beide Zuglinien werden mit Frachtzügen bedient. Der regelmässige Passagierservice in den Zügen ist mittlerweile leider sehr ausgedünnt. Seit vielen Jahren verkehrt kein Passagierzug mehr ab der Hauptstadt Antananarivo. Ebenso ist die Linie Antananarivo – Antsirabe für den Personenverkehr eingestellt.

Auf der Nordlinie ist dies, weil die Eisenbahngesellschaft Madarail dem lukrativen Frachtverkehr den Vortritt lässt. Hier können Reisende nur noch ab Moramanga in Richtung Tamatave fahren. Auf der Südlinie (auch Dschungelexpress genannt) fehlen zusätzliche Lokomotiven und genügend Rollgut.

Zu folgenden Zeiten fahren Madagaskars Züge (Stand Februar 2016):

FCE-LINIE (Dschungelexpress) Fianarantsoa – Manakara – Fianarantsoa

Fianarantsoa –> Manakara

Tag  Abfahrt Ankunft
Dienstag 07:00 Uhr abends, zu unbestimmter Zeit
Samstag 07:00 Uhr abends, zu unbestimmter Zeit

 Manakara –> Fianarantsoa

Tag  Abfahrt Ankunft
Mittwoch 06:45 Uhr abends, zu unbestimmter Zeit
Sonntag 06:45 Uhr abends, zu unbestimmter Zeit

 

MADARAIL-ZUGLINIE Moramanga – Tamatave – Moramanga

Moramanga –> Tamatave

Tag  Abfahrt Ankunft
Montag 07:00 Uhr abends, zu unbestimmter Zeit

Tamatave –> Moramanga

Tag  Abfahrt Ankunft
Dienstag 08:30 Uhr abends, zu unbestimmter Zeit

 

Unterwegs in Madagaskar – mit diesen Worten kommt man weiter

Wer in Madagaskar reist wird viele freundliche Menschen treffen. Wer kein Madagassisch spricht kommt meist mit Französisch weiter, in den Städten auch hin und wieder mit Englisch. Doch ein paar Worte der Landessprache öffnen bekanntlich Türen und Herzen…so auch in Madagaskar.

Ein netter Gruss auf Madagassisch
In Madagaskar gibt es viele regionale Grussworte, wie Anakory oder Tsarabe. Sie werden nur in bestimmten Gebieten gebraucht, und zugleich sehr variabel ausgesprochen, teils auch in unterschiedlichen Stimmlagen singend ausgeschmückt und otfmals mit einem langgezogenen „e“ am Ende abgeschlossen. Als Reisender ist dies verwirrend und kaum imitierbar.
Das „Zauberwort“ lautet daher „Salama“. Denn dieser Gruss wird auf der ganzen Insel Madagaskar gleichermassen verwendet, es ist sozusagen das Allerweltsgrusswort in Madagaskar. Ausgesprochen wie geschrieben (eine Seltenheit in Madagaskar) wird auf diese Weise grüssenden Reisenden mit freudig-erstaunten Reaktionen begegnet werden.

Smalltalk und Gruss für Madagaskar-Insider
Vaovao (ausgesprochen wie das Hundebellen wauwau) ist eigentlich eine Grussfloskel, drückt aber auch Wissbegierde und Neugier aus, denn im eigentlichen Sinn bedeutet Vaovao „Was gibt es Neues?“. Typischerweise lautet eine Begrüssung unter Madagassen „Salama, vaovao?“. Die typische Antwort auf diese Frage lautet in 95% der Fällen „Tsy Vaovao – Es gibt keine Neuigkeiten“. Nach der Gegenfrage und der gleichen Antwort beginnt dann das eigentliche Gespräch. Mit dieser Floskel im Gepäck ernten Madagaskar-Reisende ganz sicher ein überraschtes Lächeln.

Offene Abschiedsworte
Zu jeder Reise gehören auch Abschiedsworte. Sich formell zu verabschieden hat auch in Madagaskar Tradition. In Madagaskar wird es geschätzt, wenn man sich nicht leise davonschleicht, beispielsweise wenn man ein Restaurant oder Hotel verlässt. Mit einem offenen „Veloma!“ (gesprochen „veluuma“, vielleicht sogar mit dabei gehobener Hand, zeigt man als Reisender, dass man im Land angekommen ist. Veloma bedeutet auf Wiedersehen.

Danke vielmals
Die Kultur und die Umgangsformen in Madagaskar sind sehr höflich und ruhig. Oft wirkt der Umgang untereinander fast etwas rituell, vor allem im traditionellen Umfeld. So kann es passieren, dass jemand beispielsweise seine linke Hand auf seinen rechten Unterarm legt und sich bückt, wenn er Ihnen die Hand reicht. Mit dieser etwas unterwürfigen Geste wird Wertschätzung ausgedrückt. Auch ein Dank gilt als wichtige Anerkennung. Als Reisender und Gast liegt man nie falsch, sich mit einem freundlichen „Misaotra“ (gesprochen „misautra“) zu bedanken. Damit werden Sie bestimmt in guter Erinnerung bleiben.

Eine gute Sache
Die madagassische Sprache kennt eine ganze Spannbreite an Ausdrücken und Redewendungen, die Wohlbefinden und Beurteilungen bezeichnen. Mit „Tsarabe“ (gesprochen „tsa ra be“) drücken Sie als Reisender aus, dass etwas gut ist. Das kann das Essen sein, oder ein gekauftes Mitbringsel. „Tsarabe“ ist auch Ausdruck von allgemeinem Wohlbefinden und Zufriedenheit, und kann zudem als motivierender Zuspruch verwendet werden. Mit einem aufmunternden „Tsarabe“ drückt man seine Wertschätzung aus und die fällt überall auf fruchtbaren Boden in Madagaskar.

Madagaskar-Visum bis 30 Tage wird 2016 kostenpflichtig

Das bislang kostenlosge 30-Tages Touristenvisum für Madagaskar ist seit dem 1.1.2016 kostenpflichtig.

Alle Arten des Touristenvisums (bis 30, 60 oder 90 Tage) können nach wie vor entweder vor der Ausreise bei der Madagassischen Botschaft bzw. einem madagassischen Konsulat beantragt, oder direkt am Flughafen in Antananarivo erhalten werden.

Bei Antragsstellung vor der Reise unterscheiden sich die Preise je nach Land der Antragsstellung.
Bei der madagassischen Botschaft in Berlin (Falkensee) fallen für die Visum-Beantragung 2016 folgende Gebühren an: bis 30 Tage: 30,76 € / bis 60 Tage: 68,00 € / bis 90 Tage: 96 € (Stand 12.01.2016).
Die Kontaktdaten der entsprechenden Stellen finden Sie hier.
Informationen zur Visum-Beantragung, Preisen/ Gebühren, Unterlagen und der Einreise finden Sie in unserem Visum-Artikel.

Fällige Visum-Gebühren 2016 am Flughafen Ivato in Antananarivo (Stand 12.1.2016)

30-Tage Touristenvisum: 80.000 Ariary (25 €, evtl. Änderung, je nach tagesaktuellem Kurs)
60-Tage Touristenvisum: 100.000 Ariary (35 €, evtl. Änderung, je nach tagesaktuellem Kurs)
90-Tage Touristenvisum: 140.000 Ariary (45 €, evtl. Änderung, je nach tagesaktuellem Kurs)

Die Gebühren sind in Ariary oder in Euro zahlbar.

Hier eine Übersicht der fälligen Visum-Gebühren für Madagaskar mit Angabe der verschiedenen Stellen (Stand 17. Feburar 2016) – für Sie recherchiert von PRIORI Reisen:

Tarife-visa-Madagaskar-2016-(17-02-16)_deutsch

Madagaskar und die Heuschrecken

Wie in vielen Ländern gibt es auch in Madagaskar Heuschrecken. Zumeist sind dies Wanderheuschrecken.

Heuschrecke MadagaskarDie Insekten sind eine wichtige Prote­inquelle für viele Menschen und Tiere in Madagaskar. In vielen Teilen Madagaskars essen Madagassen Heuschrecken, gebraten, gemahlen in verschiedenen Gerichten, oder als Snack. Heuschrecken gibt es lebendig mit ausgerissenen Flügeln frisch auf vielen Märkten zu kaufen. Madagsakar ist ein armes Land – für viele Madagassen sind die Heuschrecken eine nahrhafte und günstige Nahrung.

Immer wieder kommt es in Madagaskar aber zu Heuschreckenplagen. Riesige Schwärme der Wanderheuschrecken zerstören ganze Ernten und verwüsten ganze Regionen mit Nutzlandschaften. Ein Heuschreckenschwarm vernichtet an einem Tag bis zu 100.000 Tonnen Grünpflan­zen. Wenn die Tiere nicht schnell ein­gedämmt werden, kann es zu Hungerkatastrophen kommen, da ganze Ernten – in Madagaskar vor allem Reis – zerstört werden.

Heuschreckenschwarm Madagaskar

Heuschreckenschwarm im Hochland von Madagaskar. Kinder sammeln die Insekten.

Es wird davon ausgegangen, dass die Heuschrecken zu wandernden Schwärmen werden, sobald mehrere Tausend erwachsene Insekten pro Hektar leben. Bei geeigneten klimatischen Bedingungen kann dies sehr schnell gehen. Dann teilen sich die Gruppen und ein Schwarm wandert weiter. So werden in kurzer Zeit immer weitere ökologisch ähnliche Regionen angegriffen, eine Invasion ist in Gange. Wird eine Heuschreckenplage nicht behandelt, kann diese mehr als zehn Jahre andauern und verheerende Schäden anrichten.

Eine Heuschreckenplage lässt sich meist nur durch den Einsatz von Pestiziden eindämmen. Meist werden diese von Helikoptern aus auf die betroffenen Flächen gesprüht. Dieses Vorgehen wird auch in Madagaskar – meist durch Hilfsorganisationen oder die FAO angewendet.  Oft geschieht dies jedoch in ungenügendem Ausmass, zu spät, und nicht flächendeckend.

Heuschrecken Verarbeitung MadagaskarEs ist ein Teufelskreis – die arme Landbevölkerung Madagaskars sind auf die Insekten als Nahrungsmittel angewiesen. Gleichzeitig führt eine zu grosse Population der Tiere zu Plagen, die wiederum für Hungersnöte und Armut verantwortlich sind. Sobald die Plage mit giftigen Pestiziden bekämpft wird, ist dies für diejenigen Madagassen, die darauf angewiesen sind und die Heuschrecken weiter sammeln und essen, eine nicht zu unterschätzende Gesundheitsbedrohung.

Neue Flugverbindung nach Madagaskar: Turkish Airlines

Turkish Airlines fliegt ab Dezember 2015 von Istanbul in Madagaskars Hauptstadt Antananarivo (via Port Louis, Mauritius).

Turkish Airlines fliegt ab sofort dreimal wöchentlich, jeweils dienstags, donnerstags und samstags, von Istanbul via Port Louis nach Antananarivo – und an denselben Tagen auch wieder zurück. Zubringerflüge aus allen europäischen Ländern dorthin können zugebucht werden.

Die Flüge starten an allen Flugtagen um 01.10 Uhr in Istanbul und kommen um 12.55 Uhr in Port Louis an. Der Weiterflug nach Antananarivo startet um 14.10 Uhr und landet dort um 15.00 Uhr.

Der Rückflug nach Istanbul startet in Antananarivo um 16.30 Uhr und landet um 19.30 Uhr in Port Louis. Um 20.35 hebt die Maschine wieder ab und erreicht Istanbul um 04.15 Uhr.

Ab dem 8. Februar 2016 soll die Verbindung auf vier wöchentliche Flugtage erweitert werden, dann gibt es die Verbindungen auch noch montags.

Quelle: Turkish Airlines

Litschis aus Madagaskar

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit kann man Litschis aus Madagaskar in europäischen Supermärkten  entdecken. Die kleinen runden und stacheligen Früchte mit dem weiß-rosigen Fruchtfleisch sind aromatische Vitaminbomben.

Ursprünglich aus China stammend hat Madagaskar als Exporteur der Früchte in Europa mittlerweile einen Anteil von 70 Prozent und gilt damit als wichtigster Litschi-Lieferant.
Weltweit liegt Madagaskar im Export der Früchte hinter China und Indien. Denn von der riesigen Ernte in Madagaskar werden nur 15% exportiert, der Rest bleibt auf der Insel.

Vor allem im Osten und im Südosten Madagaskars finden sich Litschi-Plantagen, da Litschis  viel Regen und Wärme brauchen, um zu wachsen. Die Ernte muss während einer sehr kurzen Periode von etwa zwei Wochen Ende November und im Dezember erfolgen, im Anschluss müssen sie möglichst schnell Europa erreichen, um dort in guter und frischer Qualität angeboten werden zu können. Mittlerweile finden sich übrigens auch einige biologische Litschi-Produzenten in Madagaskar.

Letzte Woche haben bereits zwei Schiffe mit insgesamt 14.000 Tonnen Litschis an Bord Europa erreicht. Eine weitere Ladung wird erwartet, so dass jetzt, im Dezember 2015, insgesamt bis zu 22.000 Tonnen Litschis aus Madagaskar in europäischen Läden zu finden sein werden.
Neben den madagassische Litschis sind in den Supermärkten hier auch Litschis aus Südafrika, Mosambik, Mauritius und La Réunion zu finden. Madagaskar liefert zudem auch an die arabischen Länder Dubai und Saudi-Arabien.

Und wer zwischen November und Januar nicht hier im kalten Europa, sondern in Madagaskar auf Reisen ist, der findet die Litschis natürlich überall auf den Märkten vor Ort und kann sie frisch geniessen.

Madagaskars grosser Freitags-Markt – Zoma

Madagaskar ist ein Marktland: Die Mehrheit der Madagassen kaufen ihre täglichen Lebensmittel, Gebrauchsgegenstände, Utensilien und auch Kleidung dort ein. Supermärkte gibt es wenige, ausserdem sind die Waren dort oft teurer.

Madagaskars Hauptstadt Antananarivo hatte bis zu Beginn der 1990er Jahre den weltgrössten Markt unter freiem Himmel – Zoma. Zoma bedeutet Freitag auf Madagassisch. Seit Jahrhunderten fand dieser Markt immer ganztägig freitags statt. Hier fand man alles, von Obst und Gemüse bis zu gebrauchten Autoersatzteilen, Kleidung und neuester Elektronik.
Für den Zoma strömten jeden Freitag tausende von Händlern, Wiederverkäufern und Bauchladenverkäufern mitten in die Hauptstadt Madagaskars, um den zehntausenden von Besuchern ihre Waren anzubieten. Neben den roh gezimmerten und schnell erstellten Marktständen aus Holz, die mit Planen überdeckt wurden setzten sich viele Händler auch einfach auf ein Stück Plastikplane auf den Boden. So machte es ein Durchkommen für die Besucher schwer, für Taschendiebe war der Markt ein Eldorado und für die Autofahrer in Tana die Markt-Freitage eine richtige Herausforderung. Menschenmassen, Diebstähle und kilometerlange Autostaus machten den Zoma zu dem, was er war.

Anfang der 1990er Jahre setzte die Stadtverwaltung von Tana diesen bekanntesten traditionellen Markt Madagaskars dann aus. Es entstanden mehrere kleinere Märkte am Rand der Innenstadt und heute findet man nur noch einen kleinen täglichen Frischproduktemarkt im Stadtzentrum – mit dem legendären Zoma Markt hat dieser allerdings nichts mehr zu tun.

In Fianarantsoa, einer Hochlandstadt 400 Kilometer südlich der Hauptstadt, hat ein vergleichbarer Markt überlebt. Der nur regional bekannte Zoma von Fianarantsoa im Betsileoland findet bis heute jeden Freitag statt. Dieser grosse Wochenmarkt  bietet eine unglaubliche Menge an Produkten aller Art. Besucher drängen durch die engen Marktgassen, denn auch hier bauen die Marktverkäufer ihre Stände sehr eng auf. Doch der Zoma von Fianarantsoa lässt Luft zum atmen und hat weniger Menschen als früher in Antananarivo. Verkäufer und Käufer auf dem Markt stammen aus der Region, Touristen sind hier kaum zu sehen.

Markt Madagaskar Zoma Fianarantsoa

Verkäuferin auf dem Zoma Markt in Fianarantsoa.

Der Zoma beginnt morgens bei Sonnenaufgang – dies ist in Madagaskar das ganze Jahr lang um sechs Uhr früh. In den Monaten Juni bis August zittern die Leute vor Kälte, denn Fianarantsoa liegt auf 1400 Metern über dem Meer und hier wird es im madagassischen Winter sehr kalt. Vom Dezember bis März wiederum drängen sich die Leute unter Plastikplanen und Tüten, um sich vor dem tropischen Regen zu schützen. In den anderen Monaten hingegen ist ein ausgedehnter Spaziergang über den Zoma ein sehr interessantes und entspanntes Erlebnis: Farben aller Art in ganz unterschiedlichen Nuancen, Gerüche in allen Variationen, und vor allem so viele Dinge und Produkte, die einmalig und für westliche Reisende völlig unbekannt sind. Denn der Zoma-Markt von Fianarantsoa sehr gern von der Landbevölkerung des Umlands besucht, als Verkäufer als auch als Käufer. Sie bringt bunte Kleidung, farbenfrohe Hüte in verschiedenen Formen und viele markante, offene Gesichter in die Stadt. Fotografen können sich in diesem Treiben an der Farbenwelt und der Szenerie berauschen. Auch Madagaskars bekanntester Fotograf, Pierrot Men, lebt übrigens in Fianarantsoa.

Fianarantsoa wird von Touristen oft nur als Zwischenaufenthalt benutzt, um von dort aus mit der Dschungel-Express Eisenbahn an die Küste zu fahren. Doch Fianarantsoa hat viel mehr zu bieten: nebst dem Zoma Freitagsmarkt gibt es hier Weingüter, viele Handwerker, eine Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Man kann in Fianarantsoa einen Fotokurs mit Pierrot Men machen, und mit PRIORI auch zahlreiche weitere Aktivitäten im Betsileoland unternehmen.