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Ravensara – Ätherisches Öl aus Madagaskar

In Madagaskars Wäldern finden Reisende nicht nur Lemuren, Chamäleons und Orchideen – sondern auch zahlreiche essbare Pflanzen, Heilpflanzen und Pflanzen, aus denen ätherische Öle gewonnen werden.

Ätherische Öle sind wertvoll und werden weltweit vermarktet – als Mittel in der Aromatherapie, Raumdüfte und in der Naturkosmetik- und Duftmittelherstellung. Die Gewinnung dieser intensiv riechenden Öle ist schwierig und oft braucht es eine grosse Menge der Pflanzenblätter oder -blüten, um eine geringe Menge ätherisches Öl zu gewinnen. Zur Herstellung von wenigen Tropfen ätherischem Rosen- oder Ylang-Ylang-Öl werden tausende Blüten benötigt.

Ätherische Öle haben eine Vielzahl von Wirkungen auf Körper, Geist und Gesundheit. Unvedünnt sind sie jedoch auch gesundheitsschädlich – wichtig ist ein sehr dosierter Gebrauch in verdünnter Form, da es zu Kontaktallergien und Reizungen der Schleimhäute kommen kann.

Ravensara Öl aus Madagaskar

Aus vielen Pflanzen Madagaskars können ätherische Öle gewonnen werden. Die Blätter des Lorbeerbaumes ‚Ravensara aromatica‘ (auch Ravintsara, Kampferbaum oder Kampferlorbeer ‚Cinnamomum camphora‘ genannt) ist in Madagaskar sehr beliebt. Wörtlich übersetzt bedeutet ‚Ravensara‘ ‚gutes Blatt‘.

Das Ravensara Öl ist vergleichsweise effektiv herzustellen – aus 70 bis 100 Kilogramm frischen Blättern kann man durch das Destillieren mit Wasserdampf etwa ein Kilogramm ätherisches Öl gewinnen.

In Madagaskar wird das ätherische Öl der Ravensarablätter seit langer Zeit als Arznei und Duftstoff gebraucht. Es hat antibakterielle und antiseptische Wirkungen, und soll auch schmerzlindernd sein. Die traditionellen Naturheiler Madagaskars behandeln mit Ravensaraöl Erkältungen, Asthma, Entzündungen und Hautkrankheiten wie Gürtelrose oder Herpes.
Daneben soll der herbe Duft des Ravensara-Öls bei Stimmungsschwankungen und Depression helfen, entspannen und energetisieren. Nahezu in jedem Haushalt in Madagaskar findet man ein Fläschchen dieses Öls vorrätig.

Das Ravensara-Öl wird in Madagaskar oft mit anderen ätherischen Ölen wie Thymian, Grapefruit, Mandarine oder Lavendel gemischt, denn in diesen Kombinationen soll die Wirkung noch verstärkt werden. Gerne wird es auch als Zugabe für entspannende und beruhigende Massageöle verwendet.

Die getrockneten Ravensarablätter werden in Madagaskar übrigens auch von Vielen als wohltuender Tee zubereitet oder einfach pur gekaut.

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Heilpflanzen und Naturheiler in Madagaskar

Madagaskar ist als Insel seit 160 Millionen Jahren isoliert im Indischen Ozean und hat eine riesige Biodiversität in Flora und Fauna entwickelt. Neben den bekannten Pflanzen wie den imposanten Baobab-Bäumen oder den zahlreichen Orchideen finden sich in Madagaskars Wäldern auch zahlreiche Heilpflanzen. Madagaskars Pflanzen sind zu einem grossen Teil endemisch, kommen also nur in Madagaskar vor.

Seit Generationen sammeln traditionelle madagassische Naturheiler (genannt ‚mpitsabo‚) Heilpflanzen für den Eigenbedarf und zur Behandlung von Kranken: aus Kräutern, Samen, Blättern, Wurzeln und Gräsern entstehen Arzneimittel gegen eine Vielzahl von Krankheitsbildern. Traditionelles Heilwissen spielt bis heute eine bedeutende Rolle in Madagaskar – das Wissen über Heilpflanzen und ihre Wirkung hat einen festen Platz und eine wichtige Funktion, vor allem auf dem zersiedelten Land. Schlendert man in Madagaskar über einen Markt, so findet man mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Stände mit Heilpflanzen und Heilmitteln aus den madagassischen Wäldern, die wild gesammelt wurden.

Oft stellt der örtliche Heiler  die einzige Hilfe im Krankheitsfall dar. Denn vor allem in den isolierten Landesgegenden bieten die Krankenstationen – sofern es sie denn überhaupt gibt –meist nur sehr geringe medizinische Hilfeleistungen: ihre Ausrüstung ist sehr mager und die Medikamentenkästen sind oft leer.
Die staatlichen Spitäler, Ärzte und unzähligen Krankenstationen der religiösen Orden sind für viele Madagassen nicht zu bezahlen oder schlichtweg mit tagelangen Fussmärschen aus ihren entlegenen Heimatorten verbunden bzw. nicht erreichbar. Auch sind industriell hergestellte Medikamente aus Apotheken oftmals zu teuer für Madagassen – die Naturmittel hingegen kosten nichts oder wenig.

Heute sind die madagassische Heilkunde und die Wirkstoffe aus Madagaskars Heilpflanzen auch in der Wissenschaft und bei internationalen Pharmakonzernen bekannt geworden. Auch Publikationen über die breitgefächerte Naturapotheke der Insel gibt es mittlerweile, oft erstellt von katholischen Missionaren.
Das krautartige, hochgiftige Madagaskar-Immergrün (Catharanthus roseus), das heute auch in vielen anderen tropischen Ländern zu finden ist,  wird heute weltweit in vielen industriellen Krebsmedikamenten verwendet und auch als Mittel gegen Tuberkulose eingesetzt. Die getrocknete Pflanze Centella wird in Europa für Kosmetikprodukte benutzt. Die getrocknete Drosera (auf madagassisch Mahatanando) wirkt gegen Husten. Die getrocknete Rinde des Quininbaumes wird exportiert, um daraus Chloroquin gegen Malaria herzustellen. Dies sind nur einige Beispiele der Naturapotheke Madagaskars.

Die Pharmaindustrie und die Wissenschaft profitieren vom Wissen der traditionellen Naturheiler. Diese haben über Generationen hinweg auf ihre ganz eigene Weise Indikatoren entwickelt, die ihnen Anhaltspunkte zur Behandlung von Kranken liefern. So testet ein Naturheiler aus Madagaskar z.B. eine mögliche Zuckerkrankheit, indem er den Kranken auf einen Termitenhügel urinieren lässt. Wenn die Ameisen herbeiströmen, um zu trinken, dann hat der Kranke Diabetes. Und der Naturheiler verabreicht ihm gegrillte Samen des Rotra-Baumes, die in einem Tee aufgegossen einen Trunk gegen Diabetes ergeben.
Wie in anderen traditionellen Gesellschaften liegen auch in Madagaskar Heilkraft und Aberglaube, Gesundheit und Psychosomatik oft eng nebeneinander. So sollen Eukalyptusblätter unter die Bettmatraze die Geister vertreiben – in Wirklichkeit aber vertreibt der Eukalyptusduft die Flöhe und Wanzen.

Die Nachfrage nach natürlichen Heilmitteln steigt weltweit, was auch in Madagaskar zu einer verstärkten Entnahme von Heilpflanzen aus der Natur führt. Und leider stehen Madagaskars Flora und Fauna zudem anderweitig unter starkem Druck: Abholzungen, Weidebrände und Erosion zerstören in weiten Teilen Madagaskars die Lebensgrundlage vieler Pflanzen und Tiere.

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