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Heilpflanzen und Naturheiler in Madagaskar

Madagaskar ist als Insel seit 160 Millionen Jahren isoliert im Indischen Ozean und hat eine riesige Biodiversität in Flora und Fauna entwickelt. Neben den bekannten Pflanzen wie den imposanten Baobab-Bäumen oder den zahlreichen Orchideen finden sich in Madagaskars Wäldern auch zahlreiche Heilpflanzen. Madagaskars Pflanzen sind zu einem grossen Teil endemisch, kommen also nur in Madagaskar vor.

Seit Generationen sammeln traditionelle madagassische Naturheiler (genannt ‚mpitsabo‚) Heilpflanzen für den Eigenbedarf und zur Behandlung von Kranken: aus Kräutern, Samen, Blättern, Wurzeln und Gräsern entstehen Arzneimittel gegen eine Vielzahl von Krankheitsbildern. Traditionelles Heilwissen spielt bis heute eine bedeutende Rolle in Madagaskar – das Wissen über Heilpflanzen und ihre Wirkung hat einen festen Platz und eine wichtige Funktion, vor allem auf dem zersiedelten Land. Schlendert man in Madagaskar über einen Markt, so findet man mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Stände mit Heilpflanzen und Heilmitteln aus den madagassischen Wäldern, die wild gesammelt wurden.

Oft stellt der örtliche Heiler  die einzige Hilfe im Krankheitsfall dar. Denn vor allem in den isolierten Landesgegenden bieten die Krankenstationen – sofern es sie denn überhaupt gibt –meist nur sehr geringe medizinische Hilfeleistungen: ihre Ausrüstung ist sehr mager und die Medikamentenkästen sind oft leer.
Die staatlichen Spitäler, Ärzte und unzähligen Krankenstationen der religiösen Orden sind für viele Madagassen nicht zu bezahlen oder schlichtweg mit tagelangen Fussmärschen aus ihren entlegenen Heimatorten verbunden bzw. nicht erreichbar. Auch sind industriell hergestellte Medikamente aus Apotheken oftmals zu teuer für Madagassen – die Naturmittel hingegen kosten nichts oder wenig.

Heute sind die madagassische Heilkunde und die Wirkstoffe aus Madagaskars Heilpflanzen auch in der Wissenschaft und bei internationalen Pharmakonzernen bekannt geworden. Auch Publikationen über die breitgefächerte Naturapotheke der Insel gibt es mittlerweile, oft erstellt von katholischen Missionaren.
Das krautartige, hochgiftige Madagaskar-Immergrün (Catharanthus roseus), das heute auch in vielen anderen tropischen Ländern zu finden ist,  wird heute weltweit in vielen industriellen Krebsmedikamenten verwendet und auch als Mittel gegen Tuberkulose eingesetzt. Die getrocknete Pflanze Centella wird in Europa für Kosmetikprodukte benutzt. Die getrocknete Drosera (auf madagassisch Mahatanando) wirkt gegen Husten. Die getrocknete Rinde des Quininbaumes wird exportiert, um daraus Chloroquin gegen Malaria herzustellen. Dies sind nur einige Beispiele der Naturapotheke Madagaskars.

Die Pharmaindustrie und die Wissenschaft profitieren vom Wissen der traditionellen Naturheiler. Diese haben über Generationen hinweg auf ihre ganz eigene Weise Indikatoren entwickelt, die ihnen Anhaltspunkte zur Behandlung von Kranken liefern. So testet ein Naturheiler aus Madagaskar z.B. eine mögliche Zuckerkrankheit, indem er den Kranken auf einen Termitenhügel urinieren lässt. Wenn die Ameisen herbeiströmen, um zu trinken, dann hat der Kranke Diabetes. Und der Naturheiler verabreicht ihm gegrillte Samen des Rotra-Baumes, die in einem Tee aufgegossen einen Trunk gegen Diabetes ergeben.
Wie in anderen traditionellen Gesellschaften liegen auch in Madagaskar Heilkraft und Aberglaube, Gesundheit und Psychosomatik oft eng nebeneinander. So sollen Eukalyptusblätter unter die Bettmatraze die Geister vertreiben – in Wirklichkeit aber vertreibt der Eukalyptusduft die Flöhe und Wanzen.

Die Nachfrage nach natürlichen Heilmitteln steigt weltweit, was auch in Madagaskar zu einer verstärkten Entnahme von Heilpflanzen aus der Natur führt. Und leider stehen Madagaskars Flora und Fauna zudem anderweitig unter starkem Druck: Abholzungen, Weidebrände und Erosion zerstören in weiten Teilen Madagaskars die Lebensgrundlage vieler Pflanzen und Tiere.

Möchten Sie mehr zu den Heilmitteln und zur Naturmedizin Madagaskars erfahren und dies vielleicht auch auf einer Madagaskar-Reise thematisieren? Kontaktieren Sie uns – mit unserem Team und unserer langjährigen Erfahrung vor Ort können wir vom PRIORI Madagaskarhaus Sie in Kontakt bringen mit Naturheilern, Ärzten und Projekten und ein passendes Reiseprogramm planen!

Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken in Madagaskar

Sie sind in Madagaskar auf Reisen und auf der Suche nach einem Arzt, einer Klinik / einem Krankenhaus oder einer gut ausgestatteten Apotheke? Sie sind auf einer Madagaskar-Reise krank geworden und brauchen Unterstützung, eine geeignete Klinik oder Praxis zu finden?

Einige Informationen zum Gesundheitssystem in Madagaskar vorweg:

  • Die ärztliche Versorgung in Madagaskar entspricht grundsätzlich nicht euroäischem Standard. Viele Kliniken und Gesundheitszentren sind sehr spartanisch ausgestattet. Auch Hygienestandards lassen oft zu wünschen übrig.
  • In den grösseren Städten Madagaskars kann man jedoch gut ausgestattete Apotheken, private Kliniken mit – teils – englischsprachigem Personal und spezialisierte Praxen finden, die auch ausländischen Reisenden weiterhelfen können.
  • Wenn Sie eine Reise nach Madagsakar planen, lohnt es sich immer, dafür eine in Madagaskar gültige Krankenversicherung und eine zuverlässige Reiserückholversicherung abzuschliessen.

Wir von PRIORI Reisen haben mit unserem Büro in Antanananarivo und deutschsprechenden Mitarbeitern direkt vor Ort immer aktuelle Informationen zu Ärzten, Krankenhäusern und möglichen Behandlungsorten in Madagaskar. Im Notfall oder bei Fragen helfen unsere Mitarbeiterinnen in Tana jederzeit – auch nachts und am Wochenende – unseren Reisenden gerne weiter. Die Notfallnummer von unserer Madagaskar-Büro-Chefin Bettina erhalten Sie mit Ihren Reiseunterlagen.

Zusätzlich haben wir nun eine umfassende und aktuelle Liste mit Kontaktdaten von – teils – englischsprachigen Ärzten, Kliniken und Apotheken in den verschiedenen Städten Madagaskars recherchiert, die wir unseren Madagaskar-Reisenden gerne auch zur Reisevorbereitung bereits zur Verfügung stellen. Kontaktieren Sie uns bei Interesse!

Madagaskar von A bis Z – Das PRIORI-Reisehandbuch

„Wo kann ich in Madagaskar Geld wechseln und abheben? Wie ist das mit der Reisezeit? Muss ich bei meiner Kleidung etwas beachten?“

Bei der Planung einer Reise nach Madagaskar kommen immer viele Fragen auf. Wir von PRIORI haben viele hilfreiche Informationen und interessante Fakten zu Madagaskar in unserem Reisehandbuch zusammengesellt und bieten es kostenlos zum Download an.

Reisehandbuch Madagaskar PRIORI ReisenIm Reisehandbuch werden Themen wie Land und Leute, Sprache, Essen und Trinken, Visa- und Einreisebestimmungen, Reisevorbereitung und Packen, Reisezeit und Reiserouten, Geld, Sicherheit, Gesundheit und viele mehr kurz und informativ behandelt.

Das PRIORI-Team kennt Madagaskar, seine Leute und seine Lebensarten, denn wir sind seit über 20 Jahren vor Ort.
Wir möchten Hintergründe liefern, informieren und unser Wissen teilen – denn wir finden, eine gute Vorbereitung hilft, das Reiseziel Madagaskar besser zu verstehen und dadurch mehr zu erleben.

‚Soava dia‘: Wir wünschen Ihnen eine gute Reise auf der Grossen Insel!

Was die Pest auf Madagaskar für Reisen bedeutet

Madagaskar ist eines der wenigen Länder, in denen die klassische Pest noch endemisch ist. Für Reisende stellt die Krankheit nur ein sehr geringes Risiko dar.

Die Pest bricht seit 1921 so gut wie jedes Jahr vor allem im zentralen Hochland von Madagaskar und in den Provinzen Antananarivo, Antsiranana, Fianarantsoa, Mahajanga und Toamasina aus. Meist beginnt die Ausbreitung der Pest mit der Regenzeit Mitte November. Denn dann kommen die Ratten eher in die Hütten und infizierte Rattenflöhe können auf die Menschen überspringen. Dies sollte Reisende jedoch nicht in Panik versetzen.

Das Reisemedizinische Portal Fit for Travel stellt klar dar, dass die Pest für Madagaskar-Reisende nur in absoluten Sonderfällen ein Risiko darstellt – wenn Urlauber z.B. Fußmärsche in touristisch nicht erschlossenen Infektionsgebieten oder in der Nähe von Müllhaltestellen mit sehr hohem Rattenaufkommen unternehmen.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht momentan keinen Grund für eine Reisewarnung aufgrund des Pestausbruchs in Madagaskar. Sie schreibt am 21.November auf ihrer Webseite:

„WHO does not recommend any travel or trade restriction based on the current information available.“

So lange Reisende nach Madagaskar touristische Standard-Unterkünfte wählen und erschlossene Reise-Routen wählen sind sie nur einer sehr geringen Gefahr ausgesetzt, mit der Pest in Berührung zu kommen. Die Krankheit kann übrigens auch ärztlich behandelt werden und ist heilbar – ein Privileg, das leider bis heute vielen Madagassen nicht gewährt ist oder eine Tatsache, die aus Unwissenheit oft nicht veranlasst wird.

PRIORI kann Ihnen gerne weitere Informationen zur Reiseplanung und Möglichkeiten der Risiko-Minimierung bezüglich der Krankheit geben. Wir sind seit 20 Jahren mit einem Team vor Ort und kennen die Situation genau.

Madagaskar ist kein Ebola-Gebiet

Einige Menschen sind von der Berichterstattung über die Ebola-Fälle in Westafrika verunsichert und es ist schwer, die Lage einzuschätzen. Was bedeutet dies für eine geplante Madagaskar-Reise?

Von Ebola-Fällen sind vor allem Staaten wie Sierra Leone, Guinea und Liberia in Westafrika betroffen, nicht jedoch die Länder im Osten und Süden des afrikanischen Kontinents. Entsprechend ist auch Madagaskar mit seiner Insellage südöstlich des afrikanischen Festlands bislang in keiner Weise von Ebola betroffen. Flugzeuge aus den Ebola-Gebieten dürfen im Osten und Süden Afrikas auch nicht landen. Und Madagaskar ist von den Ebola-Zentren sogar weiter entfernt als Deutschland.

Wir haben Verständnis für alle Bedenken und werden Sie selbstverständlich jederzeit und sofort informieren, falls sich die Lage ändert und Madagaskar, oder eines unserer anderen Reiseländer, von Ebola betroffen sein sollte!

Überblick – gesund reisen in Madagaskar

Bei Einreise aus Europa sind keine Impfungen vorgeschrieben. Da Madagaskar ein Entwicklungsland in den Tropen ist, empfiehlt es sich dennoch, vor der Reise einige Schutzimpfungen aufzufrischen bzw. vornehmen zu lassen. Eine gute medizinische Versorgung nach europäischem Standard findet man in Madagaskar äußerst selten und nur in großen Städten.
Wir empfehlen eine Impfberatung und eine gute Reiseapotheke. Zu genauer Vorbereitung und Prophylaxe fragen Sie bitte bei Ihrem Hausarzt oder beim Tropeninstitut nach.

Wasser

  • Bitte trinken Sie kein Leitungswasser in Madagaskar.
    Mineralwasser in Flaschen (Eau Vive, Cristalline etc.) wird im ganzen Land, auch in kleinen Dörfern, günstig verkauft.
  • In stehenden und langsam fließenden Gewässern besteht Bilharziose-Gefahr. Erkundigen Sie sich immer bei Ihrem Reiseleiter zu möglichen Gefahren, bevor Sie schwimmen gehen oder die Füße ins Wasser strecken.

Moskitos

  • Leider ist Madagaskar Malaria-Risikogebiet (Malaria Tropica). Daher ist Mückenschutz bei einer Madagaskarreise sehr wichtig!
  • Malaria wird nur durch den Stich der weiblichen Anopheles-Stechmücke übertragen. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Das Risiko ist an der Küste höher als im Hochland und in der Regenzeit grösser als in der Trockenzeit, Malaria ist aber in allen Teilen Madagaskars das ganze Jahr über vorhanden.
  • Die wirksamste Art sich zu schützen ist es, nicht gestochen zu werden. Tragen Sie vor allem morgens und abends langärmlige helle Kleidung und verwenden Sie Mittel gegen Stechmücken (wir haben gute Erfahrungen mit AntiBrumm forte gemacht) und Räucherspiralen in Aufenthaltsräumen.
  • Bitte fragen SIe Ihren Hausarzt oder Tropenmediziner zu möglichen Prophylaxe-Medikamenten.

Folgende medizinische Auskunftsdienste geben Informationen zur gesundheitlichen Lage in Madagaskar: