Schlagwort-Archive: Gebirge

Marojejy Nationalpark – abgelegene Vielfalt im Nordosten Madagaskars

Im Nordosten Madagaskars, in der Region SAVA, zwischen den Kleinstädten Andapa und Sambava gelegen, liegt der selten besuchte, aber sehr vielseitige und sehenswerte Nationalpark Marojejy.

Das Marojejy-Gebiet wurde bereits im Jahr 1952 als umfassendes Schutzgebiet Madagaskars deklariert und in diesem Status nur Forschern zugänglich. Im Jahr 1998 wurde das vielseitige Naturreservat zum Nationalpark erklärt  und ist seither offen für Besucher.

Madagaskar-SAVA-Andapa-Marojezy-01-PRIORI-ReisenDer über 60.000 ha große Nationalpark schützt das gesamte Marojejy Bergmassiv, das sich von 100 auf bis zu 2132 Meter erhebt. Aufgrund der enormen Höhenunterschiede auf engem Raum können Reisende in Marojejy auf kurzer Entfernung extrem andersartige Flora und Fauna erleben – von dichtem, grün-tropischen Regenwald in niedriger Höhe bis zu Tundralandschaft im Hochgebirge erkennt man zahlreiche Änderungen und Anpassungen der Flora und Fauna. Mehr als 90 Prozent der Fläche des Marojejy-Gebiets ist mit verschiedenen Waldformen bedeckt. So findet man hier auf Wanderungen:

  • Immergrünen Regenwald bis zu einer Höhe von 800 Metern, dicht bewachsen, mit großen Bäumen und Farnen.
  • Bergnebelwald zwischen 800 und 1400 Metern, mit Bäumen und Büschen, deren Äste oft mit Farnen und Moosen bewachsen sind.
  • Bergwald zwischen 1400 und 1800 Metern, mit kahleren und kleineren Bäumen mit Flechten und Moosen, die oft in Nebel und Wolken eingehüllt sind.
  • Gebirgsvegetation über 1800 Metern mit Büschen und Ericaceen, einigen Palmen und Orchideenarten.

Zudem finden Reisende in Marojejy grün-feuchte Osthänge und trockenere Westhänge mit ganz unterschiedlicher Vegetation.

Der Marojejy Nationalpark beherbergt knapp 120 Vogelarten und mehr als 145 Arten Reptilien und Amphibien. Damit hat dieser Nationalpark die höchtste Vielfalt dieser Tiere in ganz Madagskar. Auch 11 Arten Lemuren leben dort, darunter der stark bedrohte weiße Seiden-Sifaka (Simpona), der nur in dieser Region vorkommt.

Aufgrund dieser einzigartigen Biodiversität und außergewöhnlichen Landschaftsformen wurde der Marojejy-Nationalpark im Jahr 2007 zudem als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet.

Madagaskar SAVA Blick auf Marojejy NationalparkAusgedehnte Trekkingmöglichkeiten und Wanderungen im Gebirge sind hier möglich, ebenso wie intensive Naturerkundungen auf kürzeren Spaziergängen.
Vom Gipfel des Marojejy Massivs bieten sich schöne Ausblicke über die verschiedenen Vegetationszonen bis hinab zum nahegelegenen Indischen Ozean. Der Aufstieg ist herausfordernd und anstrengend, belohnt aber mit totaler Abgeschiedenheit, einzigartiger Natur.

Der Marojejy Nationalpark ist ganzjährig geöffnet. Aufgrund der sehr regenreichen Lage empfiehlt sich jedoch ein Besuch in den trockeneren Monaten April bis November. Der Zugang zum Nationalpark befindet sich in Andapa. Dort ist auch die Nationalparkverwaltung für Tickets, Guides und Informationen.

PRIORI bietet neben individuellen Touren jährlich auch ein bis zwei Kleingruppen-Reisen in die Region SAVA an. 
Behutsam und mit Bedacht wird erkundet, was diese vielseitige Region alles zu bieten hat. Natur, Kultur und Begegnungen.
Zu Fuss, langsam und tiefgründig bewegen wir uns in den Städtchen und auf Plantagen, durchwandern die Vegetation des Marojejy Parks, riechen die Vanille und viele andere Gewürze und beobachten das Leben in dieser Gegend Madagaskars.
Informationen zu unseren Reise finden Sie in unserem Katalog.
Oder kontaktieren Sie uns.

Lage, Größe und Topographie Madagaskars

Lage und Größe

Madagaskar wird die Große Insel genannt: sie ist die viertgrößte Insel der Welt und mit seinen 581.041 Quadratkilometern mehr als 1,5mal so groß wie Deutschland. Die Insel erstreckt sich 1580 Kilometer von Norden nach Süden und misst am breitesten Punkt 580 Kilometer.

Sie liegt wie der Abdruck eines linken Fußes südlich des Äuators im Indischen Ozean, circa 400 Kilometer vor der Küste Mosambiks. Zwischen Madagaskar und dem afrikanischen Kontinent verläuft der Kanal von Mosambik.

Vor Madagaskars Küste finden sich außerdem einige kleinere Inseln: Sainte Marie, Nosy Be, Nosy Mangabe, Nosy Lava und die Radama Inseln.

Topographie

Landschaftlich kann die Insel grob in vier Zonen eingeteilt werden:

  • die grüne, feuchte und steile Ostküste (Tamatave, Manakara…);
  • das zentrale Hochland (Antananarivo, Antsirabe, Fianarantsoa, Andringitra, Andasibe…);
  • den flach abfallenden Westen (Morondava, Majunga…);
  • und den trockenen Süden (Fort Dauphin, Tulear…).

Es gibt mehrere Gebirge in Madagaskar. Im Norden liegt die Tsaratanana-Bergkette, die bis zu 2.876 Metern hoch ist. Im Norden findet sich auch der höchste Berg der Insel: der Maromokotro mit 2.886 Metern. Südlich von Antananarivo im Hochland verläuft das Ankaratra-Gebirge mit bis zu 2.642 Metern und im Südosten der Insel findet sich das Andringitra-Gebirge mit dem zweithöchsten Gipfel: Der Berg Pic Boby bringt es auf 2.656 Meter. Er ist ein beliebtes Trekking-Ziel.

Die größten Flüsse Madagaskars sind Betsiboka, Tsiribihina, Mangoky und Onilahy. Der Mangoky im Südwesten der Insel ist mit 560 Kilometern der längste Fluss Madagaskars.