Zahamena Nationalpark

Der Zahamena Nationalpark liegt 25 Kilometer nördlich des Lac Alaotra und ca. 40 Kilometer nordöstlich von Ambatondrazaka.

Zahamena bedeutet „rote Bäume“, was auf die nur hier vorkommende Baumart Diatum unifoliatum mit charakteristisch rötlich-orangefarbene Rinde verweist.

Der Park ist 423 km² gross und fand 1997 seine Eröffnung. Das Gebiet ist in einen östlichen sowie in einen westlichen Wald geteilt, dazwischen befinden sich bewohnte Dörfer. Rund um den Park leben vor allem die Volksstämme der Betsimisaraka und Sihanaka. 2007 hat man Zahamena zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt.

Zahamena Nationalpark Lemuren DiademsifakaDer Zahamena Nationalpark ist aufgrund seiner Abgeschiedenheit sowie seiner schweren Erreichbarkeit einer der wenig besuchten Parks in Madagaskar. Hier findet man einen atemberaubenden primären Regenwald mit ähnlicher Artenvielfalt wie der benachbarte, weit bekanntere, Nationalpark Andasibe-Mantadia, doch hier trifft man weit und breit niemanden im Wald!

Zahamena ist kein einfacher Regenwald – dieser Nationalpark erfordert körperliche Fitness sowie niedrige Ansprüche an Unterkünfte. Wer alle Hindernisse auf sich nimmt, um hierher zu kommen, wird jedoch mit einem einmaligen Regenwalderlebnis an einem Ort fernab der Touristenströme belohnt, an dem man die Natur völlig ungestört genießen und viele Tiere einfach finden und beobachten kann.

Infrastruktur und Touren

Eine touristische Infrastruktur ist in Zahamena praktisch nicht vorhanden, da es so gut wie keine Besucher gibt. In Antanandava, sechs Kilometer vor dem Parkeingang, gibt es ein sehr einfaches, von Dorfbewohnern betriebenes „Gästehaus“ für wenige Personen.

Im Park befinden sich zwei spartanische Camps: ca. 6 Kilometer nach dem Eingang liegt das Camp Bemoara direkt am Fluss Manambato auf einer kleinen Lichtung ohne Strom, ausgestattet lediglich mit einem Plumpsklo. Ein zweites rudimentäres Camp, Ranomitsanga, mit Plumpsklo sowie überdachtem Zeltplatz liegt nahe des großen Wasserfalls.

Im Nationalpark Zahamena gibt es bislang nur zwei Rundwege. Für beide muss mindestens ein ganzer Tag in Anspruch genommen werden und sie verlangen eine sehr gute Ausdauer sowie Fitness. Der Wald wird von Schluchten, Flüssen sowie von steilen Hängen durchzogen und die Wanderungen in diesem Gelände sind extrem anstrengend sowie fordernd.

Klima

Das Klima ist tropisch und feuchtes Klima, mit regelmässigen Regengüssen auch während der Trockenzeit von April bis Oktober. Der Nationalpark liegt auf Höhen zwischen 250 und 1560 Metern. In den höheren Höhenlagen kann es nachts kühl mit Temperaturen von 10 bis 15°C werden.

Flora und Fauna

Im Wald von Zahamena leben 13 Arten von Lemuren. Dazu gehören der größte Lemur Indri, genauso wie Diademsifakas und schwarz-weiße Varis. Ein nachtaktiver Bewohner Zahamenas ist der Büschelohrmaki, der bislang kaum erforscht wurde. Maus- und Fettschwanzmankis besuchen nachts sogar die Camps.

Besonders berühmt ist der Zahamena Nationalpark für seine reiche Vogelvielfalt: 112 Arten von Vögeln leben hier, mehr als die Hälfte davon ist in Madagaskar endemisch. Gut beobachten kann man in Zahamena z.B. den blauen Seidenkuckuck, Paradiesschnäpper und die Fanovana-Newtonie.

Zahamena Nationalpark ChamäleonKnapp 50 Reptilien- und über 60 Amphibien-Spezies findet man in Zahamena. Darunter ist auch der Gecko Paroedura masobe mit seinen auffallend großen Augen (madagassisch maso be), den es nur in diesem Waldkorridor gibt. Zahlreiche Chamäleons sind leicht zu entdeckende Waldbewohner, und auch die Madagaskar-Hundskopfboa kommt hier vor.

Auch Botaniker finden im Zahamena Nationalpark allerhand Einzigartiges. Allein 60 Arten Orchideen sind aus dem Park bekannt, und die vielen Palmen, Farmen und Moose schaffen hier eine ganz besondere Atmosphäre.

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