Archiv der Kategorie: Flora und Fauna

Hier werden die Besonderheiten von Madagaskars Pflanzen- und Tierwelt beschrieben und vorgestellt.

Ravensara – Ätherisches Öl aus Madagaskar

In Madagaskars Wäldern finden Reisende nicht nur Lemuren, Chamäleons und Orchideen – sondern auch zahlreiche essbare Pflanzen, Heilpflanzen und Pflanzen, aus denen ätherische Öle gewonnen werden.

Ätherische Öle sind wertvoll und werden weltweit vermarktet – als Mittel in der Aromatherapie, Raumdüfte und in der Naturkosmetik- und Duftmittelherstellung. Die Gewinnung dieser intensiv riechenden Öle ist schwierig und oft braucht es eine grosse Menge der Pflanzenblätter oder -blüten, um eine geringe Menge ätherisches Öl zu gewinnen. Zur Herstellung von wenigen Tropfen ätherischem Rosen- oder Ylang-Ylang-Öl werden tausende Blüten benötigt.

Ätherische Öle haben eine Vielzahl von Wirkungen auf Körper, Geist und Gesundheit. Unvedünnt sind sie jedoch auch gesundheitsschädlich – wichtig ist ein sehr dosierter Gebrauch in verdünnter Form, da es zu Kontaktallergien und Reizungen der Schleimhäute kommen kann.

Ravensara Öl aus Madagaskar

Aus vielen Pflanzen Madagaskars können ätherische Öle gewonnen werden. Die Blätter des Lorbeerbaumes ‚Ravensara aromatica‘ (auch Ravintsara, Kampferbaum oder Kampferlorbeer ‚Cinnamomum camphora‘ genannt) ist in Madagaskar sehr beliebt. Wörtlich übersetzt bedeutet ‚Ravensara‘ ‚gutes Blatt‘.

Das Ravensara Öl ist vergleichsweise effektiv herzustellen – aus 70 bis 100 Kilogramm frischen Blättern kann man durch das Destillieren mit Wasserdampf etwa ein Kilogramm ätherisches Öl gewinnen.

In Madagaskar wird das ätherische Öl der Ravensarablätter seit langer Zeit als Arznei und Duftstoff gebraucht. Es hat antibakterielle und antiseptische Wirkungen, und soll auch schmerzlindernd sein. Die traditionellen Naturheiler Madagaskars behandeln mit Ravensaraöl Erkältungen, Asthma, Entzündungen und Hautkrankheiten wie Gürtelrose oder Herpes.
Daneben soll der herbe Duft des Ravensara-Öls bei Stimmungsschwankungen und Depression helfen, entspannen und energetisieren. Nahezu in jedem Haushalt in Madagaskar findet man ein Fläschchen dieses Öls vorrätig.

Das Ravensara-Öl wird in Madagaskar oft mit anderen ätherischen Ölen wie Thymian, Grapefruit, Mandarine oder Lavendel gemischt, denn in diesen Kombinationen soll die Wirkung noch verstärkt werden. Gerne wird es auch als Zugabe für entspannende und beruhigende Massageöle verwendet.

Die getrockneten Ravensarablätter werden in Madagaskar übrigens auch von Vielen als wohltuender Tee zubereitet oder einfach pur gekaut.

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Heilpflanzen und Naturheiler in Madagaskar

Madagaskar ist als Insel seit 160 Millionen Jahren isoliert im Indischen Ozean und hat eine riesige Biodiversität in Flora und Fauna entwickelt. Neben den bekannten Pflanzen wie den imposanten Baobab-Bäumen oder den zahlreichen Orchideen finden sich in Madagaskars Wäldern auch zahlreiche Heilpflanzen. Madagaskars Pflanzen sind zu einem grossen Teil endemisch, kommen also nur in Madagaskar vor.

Seit Generationen sammeln traditionelle madagassische Naturheiler (genannt ‚mpitsabo‚) Heilpflanzen für den Eigenbedarf und zur Behandlung von Kranken: aus Kräutern, Samen, Blättern, Wurzeln und Gräsern entstehen Arzneimittel gegen eine Vielzahl von Krankheitsbildern. Traditionelles Heilwissen spielt bis heute eine bedeutende Rolle in Madagaskar – das Wissen über Heilpflanzen und ihre Wirkung hat einen festen Platz und eine wichtige Funktion, vor allem auf dem zersiedelten Land. Schlendert man in Madagaskar über einen Markt, so findet man mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Stände mit Heilpflanzen und Heilmitteln aus den madagassischen Wäldern, die wild gesammelt wurden.

Oft stellt der örtliche Heiler  die einzige Hilfe im Krankheitsfall dar. Denn vor allem in den isolierten Landesgegenden bieten die Krankenstationen – sofern es sie denn überhaupt gibt –meist nur sehr geringe medizinische Hilfeleistungen: ihre Ausrüstung ist sehr mager und die Medikamentenkästen sind oft leer.
Die staatlichen Spitäler, Ärzte und unzähligen Krankenstationen der religiösen Orden sind für viele Madagassen nicht zu bezahlen oder schlichtweg mit tagelangen Fussmärschen aus ihren entlegenen Heimatorten verbunden bzw. nicht erreichbar. Auch sind industriell hergestellte Medikamente aus Apotheken oftmals zu teuer für Madagassen – die Naturmittel hingegen kosten nichts oder wenig.

Heute sind die madagassische Heilkunde und die Wirkstoffe aus Madagaskars Heilpflanzen auch in der Wissenschaft und bei internationalen Pharmakonzernen bekannt geworden. Auch Publikationen über die breitgefächerte Naturapotheke der Insel gibt es mittlerweile, oft erstellt von katholischen Missionaren.
Das krautartige, hochgiftige Madagaskar-Immergrün (Catharanthus roseus), das heute auch in vielen anderen tropischen Ländern zu finden ist,  wird heute weltweit in vielen industriellen Krebsmedikamenten verwendet und auch als Mittel gegen Tuberkulose eingesetzt. Die getrocknete Pflanze Centella wird in Europa für Kosmetikprodukte benutzt. Die getrocknete Drosera (auf madagassisch Mahatanando) wirkt gegen Husten. Die getrocknete Rinde des Quininbaumes wird exportiert, um daraus Chloroquin gegen Malaria herzustellen. Dies sind nur einige Beispiele der Naturapotheke Madagaskars.

Die Pharmaindustrie und die Wissenschaft profitieren vom Wissen der traditionellen Naturheiler. Diese haben über Generationen hinweg auf ihre ganz eigene Weise Indikatoren entwickelt, die ihnen Anhaltspunkte zur Behandlung von Kranken liefern. So testet ein Naturheiler aus Madagaskar z.B. eine mögliche Zuckerkrankheit, indem er den Kranken auf einen Termitenhügel urinieren lässt. Wenn die Ameisen herbeiströmen, um zu trinken, dann hat der Kranke Diabetes. Und der Naturheiler verabreicht ihm gegrillte Samen des Rotra-Baumes, die in einem Tee aufgegossen einen Trunk gegen Diabetes ergeben.
Wie in anderen traditionellen Gesellschaften liegen auch in Madagaskar Heilkraft und Aberglaube, Gesundheit und Psychosomatik oft eng nebeneinander. So sollen Eukalyptusblätter unter die Bettmatraze die Geister vertreiben – in Wirklichkeit aber vertreibt der Eukalyptusduft die Flöhe und Wanzen.

Die Nachfrage nach natürlichen Heilmitteln steigt weltweit, was auch in Madagaskar zu einer verstärkten Entnahme von Heilpflanzen aus der Natur führt. Und leider stehen Madagaskars Flora und Fauna zudem anderweitig unter starkem Druck: Abholzungen, Weidebrände und Erosion zerstören in weiten Teilen Madagaskars die Lebensgrundlage vieler Pflanzen und Tiere.

Möchten Sie mehr zu den Heilmitteln und zur Naturmedizin Madagaskars erfahren und dies vielleicht auch auf einer Madagaskar-Reise thematisieren? Kontaktieren Sie uns – mit unserem Team und unserer langjährigen Erfahrung vor Ort können wir vom PRIORI Madagaskarhaus Sie in Kontakt bringen mit Naturheilern, Ärzten und Projekten und ein passendes Reiseprogramm planen!

Edelhölzer aus Madagaskar – Geschäft mit der Natur

Abholzung ist in Madagaskar ein großes Problem. Schon heute ist Madagaskar in weiten Teilen eine rote, baumlose Insel. Mehr als 90% von Madagaskars ursprünglichen Wäldern sind bereits verschwunden.

Zahlreiche noch bestehende Waldgebiete werden stark gerodet – für Brennholz für die madagassische Bevölkerung, die bis heute zu einem Großteil mit Holz kocht und heizt. Aber auch für Holzhändler, die illegal vor allem Edelhölzer wie Rosenholz, Mahagoni, Palisander oder Ebenholz verschiffen und damit viel Geld machen.

Dies passiert in ganz Madagaskar, obwohl offiziell das Fällen von Bäumen in Schutzgebieten Madagaskars streng verboten ist. Die Regierung schafft es nicht, diese illegalen Edelholz-Geschäfte einzudämmen. Oft ist sie sogar selbst in diese Geschäfte verwickelt. Einen interessanten Artikel dazu gab es 2010 vom Verein Rettet den Regenwald e.V.

Der Name Palisander steht übrigens für mehrere Arten der Gattung Dalbergia. Rosenholz bezeichnet im deutschen Sprachgebrauch eine bestimmte Palisander-Art, die sich durch ihren rosenähnlichen Duft des frisch geschlagenen Holzes auszeichnet.
Auch Mahagoni ist eine Pflanzenfamilie mit etwa 1400 Baumarten. Die in Madagaskar vorkommenden Mahagoni-Arten sind zu großem Teil endemisch.

Madagaskar und die Heuschrecken

Wie in vielen Ländern gibt es auch in Madagaskar Heuschrecken. Zumeist sind dies Wanderheuschrecken.

Heuschrecke MadagaskarDie Insekten sind eine wichtige Prote­inquelle für viele Menschen und Tiere in Madagaskar. In vielen Teilen Madagaskars essen Madagassen Heuschrecken, gebraten, gemahlen in verschiedenen Gerichten, oder als Snack. Heuschrecken gibt es lebendig mit ausgerissenen Flügeln frisch auf vielen Märkten zu kaufen. Madagsakar ist ein armes Land – für viele Madagassen sind die Heuschrecken eine nahrhafte und günstige Nahrung.

Immer wieder kommt es in Madagaskar aber zu Heuschreckenplagen. Riesige Schwärme der Wanderheuschrecken zerstören ganze Ernten und verwüsten ganze Regionen mit Nutzlandschaften. Ein Heuschreckenschwarm vernichtet an einem Tag bis zu 100.000 Tonnen Grünpflan­zen. Wenn die Tiere nicht schnell ein­gedämmt werden, kann es zu Hungerkatastrophen kommen, da ganze Ernten – in Madagaskar vor allem Reis – zerstört werden.

Heuschreckenschwarm Madagaskar

Heuschreckenschwarm im Hochland von Madagaskar. Kinder sammeln die Insekten.

Es wird davon ausgegangen, dass die Heuschrecken zu wandernden Schwärmen werden, sobald mehrere Tausend erwachsene Insekten pro Hektar leben. Bei geeigneten klimatischen Bedingungen kann dies sehr schnell gehen. Dann teilen sich die Gruppen und ein Schwarm wandert weiter. So werden in kurzer Zeit immer weitere ökologisch ähnliche Regionen angegriffen, eine Invasion ist in Gange. Wird eine Heuschreckenplage nicht behandelt, kann diese mehr als zehn Jahre andauern und verheerende Schäden anrichten.

Eine Heuschreckenplage lässt sich meist nur durch den Einsatz von Pestiziden eindämmen. Meist werden diese von Helikoptern aus auf die betroffenen Flächen gesprüht. Dieses Vorgehen wird auch in Madagaskar – meist durch Hilfsorganisationen oder die FAO angewendet.  Oft geschieht dies jedoch in ungenügendem Ausmass, zu spät, und nicht flächendeckend.

Heuschrecken Verarbeitung MadagaskarEs ist ein Teufelskreis – die arme Landbevölkerung Madagaskars sind auf die Insekten als Nahrungsmittel angewiesen. Gleichzeitig führt eine zu grosse Population der Tiere zu Plagen, die wiederum für Hungersnöte und Armut verantwortlich sind. Sobald die Plage mit giftigen Pestiziden bekämpft wird, ist dies für diejenigen Madagassen, die darauf angewiesen sind und die Heuschrecken weiter sammeln und essen, eine nicht zu unterschätzende Gesundheitsbedrohung.

Madagaskar und seine Vanille

Madagassische Bourbon-Vanille ist weltweit beliebt und unverzichtbar – als Pulver oder als Schote, zum Backen und Verfeinern, als Duft- und Aromastoff. Madagaskars Vanille wird zu großem Teil in der Region SAVA im Nordosten der Insel angebaut. In dieser tropisch grünen Gegend Madagsakars liegt der süßliche, intensive Vanilleduft in der Luft, wohin man auch geht.

Weltweit werden jährlich weltweit 2500 bis 3500 Tonnen Vanille angebaut. Davon kommen bis zu 50 Prozent aus der Region SAVA im Nordosten MadagaskarsMadagaskar Reisen Vanille PRIORIDie Bourbon-Vanille wird durch die Fermentierung der Kapselfrucht der Orchideenart „Vanilla Planifolia“ gewonnen. Vanille ist damit die einzige Orchidee, die als Nutzpflanze für Lebensmittel verwendet wird.

Wie wird Vanille produziert?
Die Herstellung von Vanille ist bis heute mit viel Handarbeit verbunden:
Die Blüten der Vanille-Pflanze werden jeden Tag zur gleichen Zeit am frühen Morgen von Hand bestäubt.
Zur Erntezeit im Juli kommt es dann darauf an, jeden Tag die einzige Schote, die kurz vor der Reife steht, zu pflücken. Dabei trägt jede Vanille-Pflanze zur Erntezeit etwa 100 bis 120 grüne Kapselfrüchte.
Nach der Ernte sind die grünen Schoten völlig geschmack- und geruchslos. Erst durch die Fermentierung bekommen die Schoten ihr feines, einzigartiges Aroma und ihre dunkelbraune Färbung: Dazu taucht man die Vanille-Früchte 2 bis 3 Minuten lang in heisses Wasser, schlägt sie dann in Tücher und legt sie wenige Tage in die Sonne.
Anschließend trocknet man die Vanilleschoten über mehrere Wochen abwechselnd an der Sonne und im Schatten. Dabei entscheidet der exakte Ablauf von Sonne und Schattenzeiten über die Qualität des Endprodukts Vanille. Eine Wissenschaft für sich.

Vanille-Schoten haben eine hohe Qualität, wenn ihre Oberfläche dunkelbraun-ölig ist, sie lang und fleischig sind und einen hohen Anteil an Vanillin haben. Frische Schoten erkennt man daran, dass sie biegsam sind und sich gut zusammendrücken lassen.

Wir bieten auch individuelle Reisen in den abwechslungsreichen Nordosten Madagaskars an, bei denen die Vanilleproduktion hautnah erlebt werden kann. Kontaktieren Sie uns für genauere Informationen.

Vanille Madagaskar Produktion Dorf

Reise zu Madagaskars Bäumen – Baobab und Ravenala

Auf einer Madagaskar-Reise sieht man viele exotische, bizarre und schöne Bäume. Madagsakar ist bekannt für seine einmalige Biodiversität und seine zahlreichen endemischen Pflanzenarten. Zwei bekannte Artgenossen sind die eindrücklichen Baobabs und die Ravenala-Palme, die auch „Baum der Reisenden“ genannt wird. 

Baobab

Titelbild Bildband Reise durch Madagaskar Stürtz Verlag, erschienen im Oktober 2014.Der auffällige Baobab ist eines der für Madagaskar typischsten Gewächse. Er wird auch als Affenbrotbaum oder aufgrund seiner einzigartigen Form als Kopfstandbaum bezeichnet. Weltweit gibt es acht Baobab-Arten, davon wachsen sieben auf Madagaskar, und von diesen sind sechs hier endemisch, also nur hier anzufinden. Baobabs sieht man auf einer Reise in Madagaskar ausschließlich im Westen der Insel. Besonders beliebt ist die Allee der Baobabs, die ein bekanntes Postkartenmotiv ist. Auch die Baobabwälder zwischen Moronbe und Belo sur Tsiribihina sind schöne Reiseziele für Baumliebhaber.

Madagaskars Baobabs werden bis zu 35 Meter hoch. Ihre Stämme sind säulenartig, ohne Äste, und können bis zu 7 Meter im Durchmesser umfassen. Auf ihnen thronen die verhältnismäßig kleinen Baumkronen. Von weitem betrachtet sehen die Bäume daher aus, wie umgekehrt in die Erde gerammt und gaben ihnen den Spitznamen „Kopfstandbaum“. Verschiedene Sagen in Madagaskar zu den Baobabs nehmen darauf Bezug.

Die Baobab-Früchte des Baumes sind länglich, braun und samtig, und enthalten vielen Samen. Teils wiegen sie bis zu 500 Gramm. Das Wort Baobab bedeutet etwa so viel wie „Frucht mit vielen Samen“ (arabisch „bu hibab“). Affenbrotbaum wird der Baobab genannt, weil die Früchte an Brot erinnern.
Baobab Affenbrotbaum Madagaskar PRIORI ReisenDie Früchte und Kerne des Baobabs sind essbar und gesund. Das säuerliche watteartige Fruchtfleisch enthält Vitamin C und B sowie viel Calcium. Sie werden auch als Heilmittel bei Entzündungen und Krankheiten wie Pocken und Masern genutzt.
Die Kerne sind etwa haselnussgroß und schmackhaft. Mit ihrem hohen Gehalt an Fett wird aus ihnen Öl gewonnen, welches viele gute Eigenschaften haben soll. Man verwendet die Samen in Madagaskar zudem als Herzmittel, bei Zahnschmerzen und Malaria-Erkrankungen.
Die Baobab-Blätter können als Gemüse gekocht werden. Ihnen wird eine heilende Wirkung bei Durchfallerkrankungen nachgesagt.

Ein Baobab-Baum kann in seinem Stamm bis zu 100.000 Liter Wasser speichern. Dies ist möglich, da im Inneren saugfähige Bartfasern liegen. Mit dieser Fähigkeit können die Bäume auch in sehr trockenen Gebieten gut überleben.
Aus den Fasern des Stammes werden in Madagaskar Hütten gebaut, Matten, Netze, Hüte und Körbe geflochten oder Schnüre produziert. Das Holz des Baumes ist sehr elastisch, verottet schnell und ist schwer zu verarbeiten – und wird daher nur selten genutzt.

Ravenala

Logo Air Madagascar Ravenala Baum der ReisendenDie Ravenala-Pflanze ist das Wahrzeichen Madagaskars. Ihr markanter Blätterfächer bildet seit 1922 das Nationalemblem des Landes. Es schmückt Madagaskars offizielles Siegel und seit den sechziger Jahren auch das Logo von Air Madagascar.

Die Ravenala-Pflanze sieht palmenähnlich aus und zählt zu den Bananengewächsen.  Ihre langstieligen Blätter fächern sich wie ein Pfauenrad auf. Die Gewächse können bis zu 15 Meter hoch wachsen, mit bis zu 3 Meter langen Blättern. Die Ravenala-Pflanze ist in Madagaskar endemisch, das heißt sie wächst ursprünglich nur dort. Mittlerweile wird sie auch in anderen Länder gepflanzt und als Zierpflanze vertrieben.
Ambalavao Baum des Reisenden Sonnenuntergang MadagaskarMan findet in Madagaskar vier Arten der Ravenala-Bäume: Malama (z.B. in Andasibe und Ranomafana), Hiranirana (vor allem an der Ostküste), Bemavo (die am häufigsten vorkommende Art, oft im Hochland zu sehen) und Horonorona (ähnlich zu Bemavo, oft an sumpfigen Gebieten in Küstennähe). Die Blüten der Ravenala sind klein, weiß und relativ unauffällig. Die Samen des Baumes befinden sich in etwa fingerlangen hellblauen Kapseln.

Besser bekannt ist die Ravenala als „Baum des Reisenden“ oder „Baum der Reisenden“.
Dieser Name kommt von den vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten der Pflanze: zum einen bietet das Blätterdach Reisenden Schutz vor Regen und Sonne, und die Blätter können zum Hausbau benutzt werden. Zum anderen kann der Holzstamm der Pflanze von durstigen Reisenden am Blattansatz angebohrt werden, um das dort angesammelte Wasser zu trinken. Die Samen und Blattspitzen des Baumes sollen auch essbar sein, jedoch etwas mehlig schmecken. Daneben gibt es in Madagaskar auch noch den Mythos, dass die Fächerarme des Ravenala-Baumes immer in Ost-West-Richtung stehen und dem orientierungslosen Reisenden die Himmelsrichtung anzeigen. Dies stimmt jedoch nicht immer: Der Fächer hat zwar diese Tendenz, wächst jedoch nicht immer in dieser Ausrichtung. Man sollte sich also nicht darauf verlassen. Laut einer Legende, kann der Baum der Reisenden auch Wünsche erfüllen.


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Reptilien-Insel Madagaskar

Durch die lange Isolation hat sich in Madagaskar eine ganz eigenwillige Fauna entwickelt. Auf der Insel im Indischen Ozean leben etwa 270 Reptilienarten, der allergrösste Teil davon (95 – 99%) ist endemisch: es gibt sie nur in Madagaskar.

Unter Madagaskars Reptilien finden sich das Nilkrokodil, mehr als 180 Eidechsen-Arten (dazu zählen Chamäleons, Leguane, Geckos, Skinke und Schildechsen), diverse Arten von Land- und Wasserschildkröten sowie Schlangen. Auch viele Arten von Amphibien, wie Frösche, finden sich auf der Großen Insel im Indischen Ozean.

Besonders ist, dass etliche Reptilien-Arten nur punktuell, in geografisch sehr limitierten Zonen Madagaskars vorkommen. Jede ökologische Nische wird von ganz spezifischen Tieren besetzt, wobei der Regenwald mehr Nischen bietet als der Trockenwald. Dies führt so weit, dass gleiche Nischen zuweilen doppelt besetzt sind: von tagaktiven und von nachtaktiven Tieren. Zu ihrer Verteidigung haben viele Reptilien in Madagaskar keine Aggressionswaffen entwickelt, sondern sich zu verblüffenden Tarnkünstlern entfaltet. Sie sind teilweise so gut getarnt, dass sie sogar auf Fotos schwer auszumachen sind. Andere hingegen sind auffallend gezeichnet mit farbigen schillernden Mustern.

Krokodile

Es gibt nur noch eine Art Krokodil auf Madagaskar, nachdem die grösseren Vertreter dieser Panzerechsen ausgestorben sind. Das heute noch – wenn auch selten – anzutreffende Nilkrokodil (voay oder mamba genannt) wird bis zu 6 Meter lang und ist für den Menschen das einzige gefährliche Tier Madagaskars. Es findet sich bis heute in etlichen Flussläufen und insbesonders im Unterlauf des Betsiboka. Das Krokodil gilt in vielen Regionen Madagaskars als Wiedergeburt der Ahnen und wird wegen seiner Kraft verehrt, wie beispielsweise in einem heiligen See bei Anivorano. Krokodilzähne gelten für vielen Madagassen als kraftvolle Glücksbringer. Doch trotzdem wurden und werden die Tiere intensiv gejagt, besonders wegen des – für den Touristenmarkt gesuchten – Leders. Noch immer werden Taschen, Schuhe und Geldbeutel aus Krokodilleder mitten in der Hauptstadt Antananarivo frei verkauft – und offenbar auch gekauft. In der Umgebung des Flughafens Ivato gibt es eine kommerzielle Krokodilfarm, die auch besichtigt werden kann.

Eidechsen

Die Echsenpopulation auf Madagaskar ist sehr vielseitig. Mehr als 180 Arten Eidechsen, Geckos und Chamäleons leben in den unterschiedlichen Naturlandschaften der Insel.

Chamäleons
Madagaskar beherbergt zweidrittel der weltweiten Chamäleonarten. Etwa 60 Arten der auf Madagaskar vorkommenden Chamäleons sind hier endemisch, also nur hier zu finden.
Reisende erfreuen sich besonders an den Pantherchamäleons mit seinen vielen Farbvariationen, den großen Parsons-Chamäleons oder an den bis zu 80 cm lang werdenden Riesenchamäleons. Schwieriger zu entdecken sind die kleinen Arten, darunter das nur etwa 1,5 cm lange Brookesia Micra, das als kleinstes Chamäleon der Welt gilt. Chamäleons bewegen ihre Augen unabhängig voneinander, und bewegen sich in ruckartigen Bewegungen, die an ein zögerliches Schreiten erinnern. Regungslos warten sie auf ihre Beute, wie Insekten oder Ameisen. Im geeigneten Moment schiesst die mehr als körperlange, aufgerollte Zunge auf die Beute zu, die an der klebrigen Zungenspitze hängen bleibt. Übrigens beziehen sich viele madagassische Sprichwörter, die zu Umsicht und Bedachtheit mahnen auf Chamäleons. Doch insgeheim fürchten sich viele Madagassen vor diesen Relikten einer fernen Urzeit und glauben, dass der Biss dieser Tiere tödlich sei.

Geckos
Überall in Madagaskar trifft man auf tag- und nachtaktive Gecko-Arten. Als bekanntester Vertreter gilt der grüne Madagaskar-Taggecko – phelsuma madagascariensis. Die verschiedenen Exemplare dieser Art mit unterschiedlichen Größen und Farbvariationen werden gerne fotografiert und finden sich oft an Hauswänden.  Ein besonderer Gecko ist der nur in Madagaskar vorkommende nachtaktive Plattschwanzgecko. Diese Tiere werden bis zu 35 cm groß und sind erstaunlich gut getarnt. Sie drücken sich tagsüber an Äste und Baumstämme, wobei ihre Hautfortsätze jegliche Kontur auflösen.

Leguane
Leguane existieren weltweit nur in Amerika und Madagaskar. Die Echsen werden bis zu 35 cm groß, dabei sind Körper- und Schwanzlänge oft in etwa gleich. In Madagaskar leben sieben Arten der dort (und teils auf den Komoren) endemischen Madagaskar-Leguane. Sie sind vor allem in den trockenen Gebieten im Südwesten der Insel zu finden.

Schildkröten

Zwei Arten von riesigen Landschildkröten sind in Madagaskar bereits ausgestorben. Es bleiben fünf Arten Landschildkröten, vier Arten Meeresschildkröten und vier Arten Süsswasserschildkröten übrig. Von den Landschildkröten sind vier endemisch, wovon die im trockenen Süden lebenden und bis zu 40 Zentimeter langen sokaka (Strahlenschildkröte) wegen ihrer auffallenden Rückenzeichnung am bekanntesten sind – und somit gefährdet. Auf dem schwarzen Rücken verlaufen gelbe Striche wie Sonnenstrahlen weg vom Zentrum eines jeden Segments der Rückenplatten. Die Schnabelbrustschildkröte hat wohl trotz eines Arterhaltungsprojektes mit der Aufzucht von Jungtieren das kritische Stadium der Ausrottung erreicht.
Die Meeresschildkröten Madagaskars sind für Taucher spannend. Vor den Küsten der Insel leben u.a. die Suppenschildkröte, die unechte Karettschildkröte und die Lederschildkröte. Letztgenannte zählt als größte Meeresschildkröte der Welt.
Für einige Ethnien Madagaskars ist das Essen von Schildkröten fady (tabu), andere wie die Sakalava und Vezo, benutzen Schildkröten für ihre Rituale.

Schlangen

Drei Familien an Schlangen und Blindschleichen leben in Madagaskar, die in mindestens 62 Arten eingeteilt sind. Meist sind es Nattern (50 Arten), nur drei Boa-Arten sind bekannt, die zwei bis drei Meter lang werden. Diese lebendgebärende Würgeschlange hat übrigens Verwandte in Südamerika, aber kommt nicht in Afrika vor, denn dort wurden die Boas von den aggressiveren Pythons (die es in Madagaskar nicht gibt) verdrängt. Boas werden in Madagaskar gejagt, gegessen und ihre Haut zu Leder verarbeitet.
Keine der Schlangen, die in Madagaskar vorkommen, ist für den Menschen gefährlich. Einige Trugnattern und die Blattnasennattern mit ihrem skurrilen Nasenfortsatz besitzen zwar Giftzähne, ihr Gift ist aber nur schwach.

Bis heute entdecken Forscher regelmäßig neue Reptilien-Arten in Madagaskar. Dabei gelten zahlreiche Gebiete der Insel bis heute als unerschlossen und wurden noch nicht besucht. Gleichzeitig gibt es jedoch leider auch große Areale, in denen Lebensräume für Tiere und Pflanzen aufgrund landwirtschaftlicher Nutzung, Besiedlung, Brandrodung oder der Abholzung von Edelhölzern bereits weitestgehend zerstört wurden – und werden.

PRIORI Reisen bietet auch eine Kleingruppen-Chamäleonreise an. Daneben geben wir gerne Auskunft zu den Reptilien Madagaskars, planen individuelle thematische Touren und Rundreisen – auch mit Reptilien-Bezug. Kontaktieren Sie uns!

Madagaskar und seine Lemuren

Die Lemuren sind wohl die berühmtesten Einwohner Madagaskars und werden von den Madagassen auch Makis oder Katta genannt.

Herkunft und Lebensraum

Lemuren sind Vorfahren der Primaten und kommen ausschließlich in Madagaskar vor. Oft leben die geselligen Tiere in Gruppen und halten sich in abgesteckten Revieren auf.
Man sieht sie meist in Baumkronen und Wäldern. Auf den Boden begeben sich die madagassischen Lemuren nur selten, wenn Sie die benachbarten Bäume nicht durch einen Sprung erreichen oder Sie sich in der Sonne aufwärmen möchten. Sie essen hauptsächlich Blätter, Bambus und Früchte, aber auch Insekten.

Kronen-Lemur im Ankarana Nationalpark. PRIORI Reisen.

Ein weiblicher Kronen-Lemur im Ankarana-Nationalpark, Nord-Madagaskar.

Lemuren-Arten

Mehr als 100 Arten Lemuren gibt es in Madagaskar, bis heute werden immer noch neue Arten entdeckt. Allen gemein ist das niedliche Aussehen mit den großen, wachen Augen, dichtem Pelz und ledgrigen Fingern, die das Klettern erleichtern.

Es gibt tag- und nachtaktive Lemuren; die meisten Lemurenarten in Madagaskar sind nachts aktiv, die größeren Arten sind meist tagaktiv. Nachtaktive Lemuren erkennt man an den großen, runden Augen ohne Augenlider. Tagsüber sind sie blind und warten in der Sicherheit von Bäumen und Baumhöhlen auf die Dunkelheit.

Katta-Lemur auf Steinen im Süden von Madagaskar.

Ein Katta bzw. Ringelschwanzlemur in Madagaskar.

Die grauen Ringelschwanz-Lemuren – auch Katta oder Ringelschwanz-Maki genannt – sind die wohl bekanntesten Lemuren. Sie sind meist tagaktiv und halten sich als einzige Lemurenart nicht nur in Bäumen, sondern ebenso gerne auf dem Boden auf. Sie leben vorwiegend im Süden und Südwesten der Insel.

Der schwarze Aye-Aye-Lemur – auch Fingertier genannt – lauscht mit seinen Fledermausohren an Baumstämmen nach Larven und pult diese mit seinen extrem langen und dünnen Mittelfinger aus der Rinde.

Die Indri-Indri sind die größten Lemuren, die in Madagaskar bis heute zu finden sind. Sie sind wollhaarig und haben keinen Schwanz. Ihre durchdringenden, klagenden Schreie hört man kilometerweit.

Die kleinsten Lemuren sind die nachtaktiven Mausmakis mit Ihren großen Augen, die meist im madagassischen Westen vorkommen. Sie werden nur handteller-groß.

Daneben gibt es Braune Lemuren, Kronenmakis, Katta Lemuren und viele weitere Arten.

Ein Lemur der Indri-Art im Andasibe Nationalpark im Osten von Madagaskar.

Ein Lemur der Indri-Art im Andasibe Nationalpark im Osten von Madagaskar.

Lemuren beobachten

Lemuren kann man auf der gesamten Insel beobachten. Ausnahme bildet dabei das karge und weitestgehend abgeholzte Hochland rund um die madagassische Hauptstadt Antananarivo. Dort leben Lemuren nur noch in angelegten Parks und Einrichtungen. Vor allem in den bewaldeten Nationalparks Madagaskars leben aber bis heute viele verschiedene Lemurenarten auf engem Raum.

PRIORI berät Sie gerne, in welchen Gebieten Sie Lemuren beobachten können.
Ausführliche Informationen zu den verschiedenen Lemurenarten finden Sie auch auf dem Portal Madainfo.

Probieren Sie die Frucht Corossol in Madagaskar

In Deutschland recht unbekannt zählt die tropische Frucht Corossol auf Madagaskar von April bis Juni und zwischen September und Dezember jeden Jahres zum saisonalen Obstangebot und erfreut sich großer Beliebtheit. Der deutsche Name für die Frucht ist übrigens Stachelannone oder Sauersack, wissenschaftlich heißt sie Annona muricata.

Aussehen und Geschmack

Corossol-Frucht aus Madagaskar auf dem Markt. Copyright PRIORI 2014

Corossol-Früchte in Madagaskar

Die Früchte sind grün, mit einer genoppten Schale. Sie werden bis zu 20 Zentimeter lang und sind meist länglich oval. Im Inneren besitzt die Corossol weißgelbliches Fruchtfleisch, das bei einer reifen Frucht sehr weich und cremig ist. Es ist durchsetzt von schwarzen glänzenden, etwa 2 Zentimeter großen Kernen. Corossol-Früchte verbreiten einen süßlich angenehmen Geruch und schmecken süß-säuerlich ähnlich einer Mischung aus Zitrone, Stachelbeere, Ananas und Erdbeere.

In Madagaskar können Sie die Corossol-Frucht als frischen Saft (jus naturel) oder in Cocktails genießen. Auch in Eis, Marmelade oder in Desserts ist die Frucht sehr beliebt auf der Insel. Natürlich können Sie die Corossol auch einfach direkt halbieren und auslöffeln. Die Schale und die Kerne sind dabei nicht zum Verzehr geeignet.

Corossol kaufen in Madagaskar

Bei einem Madagaskar-Besuch sollten Sie die Gelegenheit nutzen und Corossol probieren. Denn hier werden die Früchte von Hand und reif geernet bevor sie auf den Märkten frisch angeboten werden. Exportiert wird die Frucht kaum und in Europa findet man sie sehr selten zu kaufen, da sie sehr druckempfindlich ist und daher nur schwer zu lagern und auf langen Strecken zu transportieren ist.

Beim Kauf sollten Sie auf einige Dinge achten:

  • Kaufen Sie die Frucht, wenn sie dunkelgrün ist und einige braune Flecken hat. Sobald sich die Schale flächig dunkel verfärbt ist die Frucht überreif und der Geschmack wird schlechter.
  • Verhandeln Sie den Preis. In Madagaskar ist es üblich und erwünscht auf Märkten zu handeln. Corossol-Früchte werden regional zu unterschiedlichen Preisen angeboten: Entlang der Ostküste erhält man eine kleinere Frucht ab etwa 1.000 Ariary (etwa 0,30 Euro). In der Hauptstadt Antananarivo und auf dem Hochland werden die Corossol meist nur kiloweise verkauft. Ein Kilo kostet dort zwischen 3.000 und 5.000 Ariary (etwa 1,00 Euro bis 1,80 Euro).

Hier finden Sie einen weiteren Artikel zu Corossol in Madagaskar.

PRIORI bietet viele weitere Informationen zu den zahlreichen Früchten Madagaskars sowie zur Gastronomie und Speisen der Insel. Wir bieten auch kulinarische Reisen oder einen Kochkurs in Madagaskar an. Kontaktieren Sie uns!